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Hantavirus Übertragung: Wie steckt man sich an?

Wie wird Hantavirus übertragen? Infektionswege, Risikoumgebungen und was man beim Kontakt mit Nagetieren beachten sollte.

Hantavirus Übertragung durch Staub und Nagerausscheidungen

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Hauptwirte in Deutschland

In Deutschland ist die Rötelmaus (Myodes glareolus) der wichtigste Überträger des Puumala-Hantavirus. Sie lebt bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, besonders dort, wo Buchen vorkommen.

Weitere Nagerarten können andere Hantavirus-Typen tragen:

  • Brandmaus: kann ebenfalls Hantaviren tragen
  • Feldmaus: in bestimmten Regionen relevant
  • Hausmaus und Wanderratte: in Einzelfällen möglich

Wichtig: Nicht jede Maus trägt Hantavirus. Die Prävalenz variiert regional und saisonal.

Übertragungswege

So kann Hantavirus übertragen werden

  1. 1
    Aerogene Übertragung (häufigster Weg)

    Einatmen von staubhaltigem Material mit Nagerausscheidungen

  2. 2
    Direktkontakt mit Ausscheidungen

    Anfassen von frischem oder getrocknetem Nagetierkot, Urin, Speichel

  3. 3
    Biss durch infiziertes Nagetier

    Selten – bei direktem Umgang mit lebenden Nagetieren

  4. 4
    Kontaminierte Lebensmittel oder Wasser

    Wenn Nagetiere Zugang hatten

Aerogene Übertragung durch Staubaufwirbelung gilt als häufigster Infektionsweg in Deutschland.

Risikoumgebungen

Bestimmte Tätigkeiten und Orte sind mit erhöhtem Expositionsrisiko verbunden:

Hohe Risikoumgebungen:

  • Keller und Dachböden mit Anzeichen von Nagerbefall
  • Forstwirtschaft und Waldarbeiten
  • Landwirtschaft (Scheunen, Ställe, Lagerräume)
  • Jagd und Umgang mit toten Nagetieren
  • Camping in Waldgebieten während Mastjahren

Moderate Risikoumgebungen:

  • Gartenarbeit in der Nähe von Waldgebieten
  • Umgang mit gelagerten Holzstapeln
  • Kompostierung und Gartenarbeit in Nagernähe

Kein erhöhtes Risiko

Für folgende Situationen besteht nach aktuellem Kenntnisstand kein erhöhtes Übertragungsrisiko:

  • Normaler Alltagskontakt mit anderen Menschen
  • Haustiere (Hunde, Katzen) als Übertragungswirte
  • Berühren von Geldscheinen oder Gegenständen im Alltag
  • Lebensmittel aus dem Supermarkt

Häufige Fragen

Kann Hantavirus von Mensch zu Mensch übertragen werden?

In Europa ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Puumala-Virus nach aktuellem Stand der Wissenschaft nicht nachgewiesen.

Wie lange ist Hantavirus in der Umwelt infektiös?

In getrocknetem Nagetierkot oder Urin kann das Virus unter günstigen Bedingungen mehrere Wochen bis Monate infektiös bleiben.

Ist Hantavirus übertragbar durch Katzenbisse oder Katzen?

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Hantavirus durch Haustiere wie Katzen übertragen wird.

Wie erkenne ich, ob eine Maus Hantavirus trägt?

Eine infizierte Maus sieht genauso aus wie eine nicht infizierte. Es ist nicht möglich, dies äußerlich zu erkennen. Jede Maus sollte daher als potenziell risikobehaftet behandelt werden.

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Symptomen oder Verdacht auf eine Infektion sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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