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Wohnschutz
Schnecken im Garten → 11 Min. Lesezeit

Schnecken im Keller: Woher sie kommen und was hilft

Nacktschnecken im Keller oder Schleimspuren an den Kartoffeln? Welche Art es ist, warum sie hereinkommen, wie Sie sie loswerden – und warum die gelbe Kellerschnecke selten ist.

Von Vyacheslav Levchenko
Rotbraune Nacktschnecke kriecht über Kartoffeln in einer Holzkiste in einem feuchten Altbaukeller, hinter ihr eine glänzende Schleimspur

Morgens glänzt eine Schleimspur über den Kellerboden, an den Kartoffeln sind Fraßstellen, und abends sitzt eine Nacktschnecke an der Wand: Schnecken im Keller sind im Herbst und bei feuchtem Wetter häufig. Meist kommen sie von draußen herein – über Lichtschacht, Kellerfenster und Türspalt. Eine Art lebt dagegen tatsächlich in alten Kellern, ist aber so selten geworden, dass ein Fund ein Glücksfall ist: der gelbe Bierschnegel.

Kurz gesagt: Schnecken im Keller sind harmlos, aber lästig an Vorräten. Bestimmen Sie zuerst die Art. Gewöhnliche Nacktschnecken sammeln Sie abends ab und setzen sie weit weg vom Haus aus; dann schließen Sie Lichtschacht, Kellertür und Ritzen und senken die Feuchtigkeit. Kartoffeln und Obst kommen in Kisten mit Deckel. Schneckenkorn gehört nicht in den Keller. Eine gelbe Schnecke mit blaugrauen Fühlern bitte fotografieren und melden – es kann eine vom Aussterben bedrohte Art sein.

Inhalt · 8 Abschnitte

Welche Schnecke ist das? Die Arten im Keller

In deutschen Kellern finden sich vor allem vier Gruppen. Wer sie unterscheidet, weiß sofort, ob er absammeln oder schonen soll.

Was Sie sehen Wahrscheinlich Was es bedeutet
Rotbraun bis schwarz, orangefarbener Fußsaum, plump, bis 15 cm Spanische Wegschnecke Von draußen hereingekommen, absammeln und Wege schließen
Gelb mit dunkleren Flecken, blaugraue Fühler, bis etwa 10 cm, in altem Gewölbekeller Bierschnegel (Kellerschnecke) Vom Aussterben bedroht, fotografieren und melden
Hell grau bis braun mit schwarzen Flecken und Streifen, 10–20 cm, Sohle cremeweiß Tigerschnegel Frisst Pilze und Welkes, draußen aussetzen
Mit Gehäuse, groß, rundlich, cremeweiß bis bräunlich Weinbergschnecke Besonders geschützt, unversehrt hinaussetzen
Tigerschnegel auf hellem Boden – lange, hell graubraune Nacktschnecke mit länglichen schwarzen Flecken und Streifen, zwei lange Fühler
Tigerschnegel (Limax maximus): 10 bis 20 cm, hell mit schwarzen Flecken und Streifen. Er lebt in Gärten, unter Holzstapeln und in feuchten Kellern und frisst vor allem Pilze und Abgestorbenes. Foto: Rl · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Der Tigerschnegel ist an seinem Leopardenmuster leicht zu erkennen. Er frisst vor allem Pilze, welke und abgestorbene Pflanzenteile, gelegentlich Aas und selten andere Nacktschnecken und deren Eier. Ob er im Garten als Nützling zählt, ist unter Fachleuten umstritten; nennenswerte Schäden an Kulturpflanzen richtet er in Mitteleuropa nicht an. Im Keller ist er ein Irrgast, den Sie draußen unter eine Hecke oder auf den Kompost setzen.

Die Spanische Wegschnecke ist der häufigste Gast aus dem Garten. Sie kriecht in feuchten Nächten an der Hauswand entlang und fällt in Lichtschächte. Wie Sie sie im Garten in Schach halten, steht unter Schnecken im Garten bekämpfen.

Warum Schnecken in den Keller kommen

Nacktschnecken haben kein Gehäuse, in das sie sich zurückziehen können. Sie trocknen schnell aus und suchen deshalb tagsüber kühle, feuchte, dunkle Verstecke. Ein unbeheizter Keller bietet alles davon – und oft auch Nahrung.

  • Feuchtigkeit: Feuchte Wände, Kondenswasser an Rohren und ein Bodenablauf schaffen das Klima, das Schnecken brauchen. Steigt die Luftfeuchte im Keller dauerhaft hoch, droht ohnehin auch Schimmel; ein Hygrometer zeigt es.
  • Nahrung: Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Äpfel, angefaultes Obst und Schimmelbelag auf Holz oder Pappe.
  • Wege: Der Lichtschacht vor dem Kellerfenster ist eine Falle, in die Schnecken von der Hauswand hineinrutschen. Von dort kommen sie durch das gekippte Fenster, durch den Spalt unter der Kellertür nach draußen oder durch offene Rohrdurchführungen herein.

Im Herbst wird es auffälliger, weil die Tiere nach feuchten Nächten geschützte Plätze suchen und weil gleichzeitig die Wintervorräte in den Keller kommen.

Gelbe Schnecke im Keller: den Bierschnegel melden

Bierschnegel auf Brennnesselblüten – gelblich-brauner Nacktschnegel mit dunkleren Flecken und blaugrauen Fühlern
Bierschnegel (Limacus flavus), auch Kellerschnecke: gelblich mit dunkleren Flecken, blaugraue Fühler. In Deutschland vom Aussterben bedroht – ein Fund ist meldewürdig. Foto: S. Rae from Scotland, UK · CC BY 2.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Der Bierschnegel (Limacus flavus), auch Kellerschnecke genannt, ist die einzige Schnecke, die bei uns typischerweise im Keller lebt. Er wird bis etwa 10 Zentimeter lang, ist gelb mit dunkleren Flecken und hat blaugraue Fühler; sein Schleim ist gelblich oder farblos. Seinen Namen hat er von alten, feuchten Gewölben, wie es sie in traditionellen Bier- und Lagerkellern gibt. Er frisst vor allem Möhren, Rüben, Kartoffeln, Äpfel und andere stärkehaltige Pflanzenteile sowie Pilze – früher galt er deshalb als Vorratsschädling. Gartenpflanzen greift er nicht an.

Heute ist er eine Rarität. Moderne Keller mit Betonboden und trockener Luft bieten ihm keinen Platz mehr. In der Roten Liste Deutschlands steht er als vom Aussterben bedroht; die Deutsche Malakozoologische Gesellschaft hat ihn zum Weichtier des Jahres 2023 gewählt, um auf ihn aufmerksam zu machen. Der NABU hat dazu aufgerufen, Funde mit Foto bei NABU-naturgucker einzutragen, weil die Art leicht mit anderen Nacktschnecken verwechselt wird.

Was Sie tun sollten: fotografieren (von oben und mit sichtbaren Fühlern), melden und schonen. Rechtlich steht der Bierschnegel nicht in der Bundesartenschutzverordnung, es gilt nur der allgemeine Schutz nach § 39 BNatSchG. Ein Tier, dessen Bestand in Deutschland auf wenige alte Keller geschrumpft ist, verdient aber mehr als das Minimum: Lagern Sie Kartoffeln und Obst geschlossen, dann kommen Sie beide gut miteinander aus.

Schnecken aus dem Keller holen

Schnecken im Keller: absammeln statt vergiften

  1. 1
    Abends mit der Taschenlampe nachsehen

    Schnecken sind nachtaktiv; nach Einbruch der Dunkelheit sitzen sie an Wänden, Kisten und am Boden

  2. 2
    Art bestimmen

    Gelb mit blaugrauen Fühlern: Bierschnegel, fotografieren und melden. Gehäuseschnecke: unversehrt hinaussetzen

  3. 3
    Absammeln

    Mit Handschuh oder Schaufel in einen Eimer mit Deckel, tagsüber auch unter feuchten Brettern und Kisten suchen

  4. 4
    Weit weg aussetzen

    Mindestens einige Dutzend Meter vom Haus entfernt, an eine Hecke oder einen Waldrand – nicht ins Nachbarbeet

  5. 5
    Lockbrett auslegen

    Ein feuchtes Brett oder Jutesack auf den Kellerboden legen; morgens sitzen die Tiere darunter

Schleimspuren lassen sich mit warmem Wasser und etwas Spülmittel entfernen; eingetrocknete Spuren vorher einweichen. Auf Beton und Fliesen bleibt sonst ein matter Glanz.

Keine Bierfalle im Keller. Bier lockt Schnecken an – auch solche, die vorher nicht im Keller waren. Für den Garten mag sie taugen, im Vorratskeller holt sie sich die Tiere ins Haus.

Keller schneckendicht und trocken machen

  • Lichtschacht abdecken. Eine Abdeckung aus engmaschigem Aluminium- oder Edelstahlgewebe auf dem Gitterrost schließt den Schacht, in den Schnecken, Laub und Kröten fallen. Sie hält zugleich Mücken und Kellerasseln fern.
  • Kellertür unten abdichten. Eine Bürstendichtung an der Türunterkante schließt den Spalt, durch den Schnecken nachts vom Hof hereinkriechen.
  • Rohrdurchführungen und Risse schließen. Offene Durchführungen für Wasser, Strom und Abwasser mit Mörtel, Dichtmasse oder Schaumstoffband verschließen.
  • Luftfeuchte senken. Ein Hygrometer zeigt, wie feucht der Keller wirklich ist. Lüften Sie in den kühlen Stunden, wenn die Außenluft trockener und kälter ist als die Kellerluft; im Sommer bringt warme Außenluft dagegen Feuchtigkeit herein. Bleibt es dauerhaft feucht, hilft ein Kondensations-Luftentfeuchter, und die Ursache – undichte Wand, fehlende Abdichtung – gehört geprüft. Mehr dazu unter Luftentfeuchter sinnvoll?.
  • Hauswand freihalten. Laub, Bretter und dichtes Grün direkt an der Kellerwand sind Tagesverstecke, von denen aus die Schnecken nachts den Weg ins Haus finden.

Kartoffeln und Obst schützen

Vorräte nicht offen auf den Boden stellen. Kartoffeln, Möhren und Äpfel lagern Sie am besten in Holz- oder Kunststoffkisten mit Deckel, auf Lattenrosten oder Regalen mit Abstand zur Wand. Kontrollieren Sie die Kisten alle ein bis zwei Wochen; angefaulte Stücke ziehen Schnecken an und stecken die Nachbarn an.

Angefressene Kartoffeln können Sie verwenden, wenn Sie die Fraßstellen großzügig wegschneiden und die Knollen gründlich waschen. Stark beschädigte, faulige oder grün verfärbte Stücke gehören in die Biotonne. Schnecken übertragen über Schleim und Kot keine Krankheiten, die beim Waschen und Kochen ein Problem wären – sauber arbeiten sollten Sie trotzdem.

Schnecken an Vorräten sind kein Hygienemangel. Sie zeigen nur, dass der Keller feucht und offen ist. Mit dichteren Wegen und geschlossenen Kisten ist das Thema meist in einer Saison erledigt.

Schneckenkorn, Salz, Töten: was erlaubt ist

Schneckenkorn ist im Keller nicht erlaubt. Es ist ein Pflanzenschutzmittel, und nach § 12 Abs. 1 Pflanzenschutzgesetz dürfen Pflanzenschutzmittel nur in den Anwendungsgebieten eingesetzt werden, die in ihrer Zulassung festgelegt sind. Das sind Beete, Gemüse- und Zierpflanzenkulturen, nicht der Vorratskeller. Neben Kartoffeln und Äpfeln hat es ohnehin nichts verloren. Welches Schneckenkorn im Garten wie wirkt, steht im Schneckenkorn-Vergleich.

Salz und kochendes Wasser töten Schnecken qualvoll und langsam. Nacktschnecken sind nicht besonders geschützt, aber § 39 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG verbietet, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Wer absammelt und aussetzt, ist auf der sicheren Seite.

Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) steht in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung und ist besonders geschützt. Sie darf weder getötet noch gesammelt werden; eine verirrte Gehäuseschnecke im Keller setzen Sie unversehrt in den Garten. Mehr zu geschützten Tieren und Bußgeldern steht unter Geschützte Tiere im Garten: Strafe.

Erst bestimmen, dann handeln

Die meisten Schnecken im Keller sind Gäste aus dem Garten, die Sie absammeln und aussperren. Eine gelbliche Schnecke mit blaugrauen Fühlern in einem alten Gewölbekeller kann dagegen ein vom Aussterben bedrohter Bierschnegel sein – fotografieren und melden.

Häufige Fragen

Woher kommen Schnecken im Keller?

Fast immer von draußen: über den Lichtschacht und das gekippte Kellerfenster, durch den Spalt unter der Kellertür oder durch Ritzen an Rohrdurchführungen. Feuchte, kühle Keller mit Kartoffeln, Obst oder Gemüse ziehen sie an. Eine Ausnahme ist der Bierschnegel, der in alten Gewölbekellern dauerhaft lebt.

Sind Schnecken im Keller gefährlich?

Nein. Nacktschnecken beißen nicht und sind für Menschen nicht giftig. Sie fressen an Kartoffeln, Möhren, Äpfeln und Zwiebeln und hinterlassen Schleim und Kot. Angefressene Stellen großzügig wegschneiden, Gemüse gründlich waschen und stark beschädigte oder angefaulte Stücke entsorgen.

Was ist die gelbe Schnecke im Keller?

Wahrscheinlich der Bierschnegel (Limacus flavus), auch Kellerschnecke genannt: gelb mit dunkleren Flecken, blaugraue Fühler, bis etwa 10 cm. Er lebt in alten, feuchten Gewölbekellern und steht in Deutschland als vom Aussterben bedroht auf der Roten Liste. Fotografieren Sie ihn und melden Sie den Fund, statt ihn zu töten.

Darf ich Schneckenkorn im Keller streuen?

Nein. Schneckenkorn ist ein Pflanzenschutzmittel und darf nach § 12 Abs. 1 Pflanzenschutzgesetz nur in den Anwendungsgebieten eingesetzt werden, die in seiner Zulassung stehen – das sind Beete und Kulturen, nicht der Vorratskeller. Neben Lebensmitteln hat es ohnehin nichts verloren. Im Keller helfen Absammeln, Wege schließen und Trockenheit.

Wie werde ich Schnecken im Keller dauerhaft los?

Indem Sie Feuchtigkeit und Wege angehen. Lichtschacht mit Gewebe abdecken, Kellertür unten abdichten, Ritzen an Rohren schließen, Vorräte in Kisten mit Deckel lagern und die Luftfeuchte senken. Einzelne Tiere sammeln Sie abends mit der Taschenlampe ab und setzen sie draußen weit weg vom Haus aus.

Sind Tigerschnegel im Keller nützlich?

Teilweise. Der Tigerschnegel frisst vor allem Pilze und abgestorbenes Pflanzenmaterial, gelegentlich auch andere Nacktschnecken und deren Eier. Ob er im Garten wirklich als Nützling zählt, ist umstritten. Im Keller richtet er kaum Schaden an; setzen Sie ihn draußen unter eine Hecke oder auf den Kompost.

Darf man Schnecken töten?

Nacktschnecken sind nicht besonders geschützt, aber § 39 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG verbietet, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Die Weinbergschnecke ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und darf nicht getötet werden. Den seltenen Bierschnegel sollten Sie schonen und melden.

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