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Garten: Schädlinge, Unkraut & Wildtiere

Blattläuse, Schnecken und Wanzen an Tomaten, Unkraut in den Pflasterfugen, ein Fuchs unter dem Schuppen: Schädlinge erkennen und biologisch bekämpfen, Unkraut ohne verbotene Mittel entfernen und wissen, was bei Wildtieren erlaubt ist.

46 Garten-Ratgeber Nützlinge statt Chemie Kein Unkrautvernichter auf Pflaster Wildtiere: Jagd- & Artenschutz

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Gartenschädlinge auf einen Blick

Blattläuse, Schnecken, Schildläuse und Thripse gehören zu den häufigsten Pflanzenschädlingen in deutschen Gärten. Besonders Blattläuse können sich in kurzer Zeit massenhaft vermehren und ganze Pflanzentriebe schwächen. Im Hochbeet und Gewächshaus sind die Bedingungen für Schädlingsbefall oft noch günstiger – enge Bepflanzung und erhöhte Temperaturen fördern die Ausbreitung. Der Ratgeber zu Schädlingen im Hochbeet zeigt, wie man gezielt vorsorgt.

Biologischer Pflanzenschutz ist in den meisten Fällen wirksamer und umweltschonender als Chemie: Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen halten Schädlingspopulationen natürlich im Gleichgewicht. Auch der Ohrwurm gehört eher zu den Helfern: Er frisst Blattläuse, Thripse und Spinnmilben, knabbert aber auch an Blüten, Jungpflanzen und weichen Früchten wie Erdbeeren (Ohrwürmer richtig einordnen). Neu in vielen Gärten ist die Grüne Reiswanze an Tomaten und Paprika – morgens absammeln und die Pflanzen mit einem Gemüseschutznetz abdecken; Insektizide sind an erntereifen Früchten problematisch.

Beim Unkraut entscheidet der Ort: Auf Pflaster, Einfahrt und Terrasse sind Pflanzenschutzmittel nach § 12 Pflanzenschutzgesetz verboten, auch Essig und Salz. Welche Methoden dort erlaubt sind und welche Unkrautvernichter für Beet und Rasen noch zugelassen sind, zeigen die Ratgeber rund um Unkraut entfernen. Fuchs, Dachs und Wildschwein dagegen unterliegen dem Jagdrecht, Igel und viele Insekten dem Artenschutz – was Sie tun dürfen und was eine Ordnungswidrigkeit ist, fasst Geschützte Tiere im Garten zusammen. Und wenn ein Tier tot im Beet liegt, entscheidet die Art, ob es in den Restmüll kommt oder dem Jagdrecht gehört: Totes Tier im Garten.

Häufig gestellte Fragen

Welche Schädlinge befallen deutsche Gärten am häufigsten?

Zu den häufigsten Gartenschädlingen in Deutschland zählen Blattläuse, Schnecken, Schildläuse, Thripse und Spinnmilben. Blattläuse treten besonders von April bis Juni massenhaft auf und schädigen Triebe, Blüten und Blätter. Schnecken sind nach Regenphasen eine ernste Bedrohung für Gemüsebeete und Jungpflanzen.

Wie bekämpfe ich Blattläuse ohne Chemie?

Blattläuse lassen sich wirksam mit einem starken Wasserstrahl abspritzen oder mit Neem-Öl-Lösungen behandeln. Besonders effektiv ist die gezielte Förderung natürlicher Feinde wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen. Außerdem helfen Mischkulturen mit Kapuzinerkresse oder Lavendel, Blattlausbefall vorzubeugen.

Darf ich Unkrautvernichter auf Pflaster und Wegen verwenden?

Nein. § 12 des Pflanzenschutzgesetzes verbietet Pflanzenschutzmittel auf befestigten Flächen wie Pflaster, Einfahrt oder Terrasse – auf privaten ebenso wie auf öffentlichen. Das gilt auch für Hausmittel wie Essig oder Salz. Erlaubt sind mechanische und thermische Methoden: Fugenkratzer, Bürste, Abflammgerät oder heißes Wasser.

Was darf ich gegen Fuchs, Dachs oder Wildschwein im Garten tun?

Fangen und töten dürfen Sie diese Tiere nicht – sie unterliegen dem Jagdrecht, zuständig ist der Jagdpächter oder die Jagdbehörde. Erlaubt ist, den Garten unattraktiv zu machen: Futterquellen wie offene Mülltonnen und Fallobst entfernen, Zäune gegen Untergraben sichern, Durchschlupfe schließen. Igel sind zudem besonders geschützt und dürfen weder gefangen noch gestört werden.

Was sind nützliche Gartentiere, die ich schützen sollte?

Marienkäfer, Florfliegen, Laufkäfer, Schlupfwespen und Igel sind wertvolle natürliche Schädlingsbekämpfer. Der Igel steht in Deutschland unter Naturschutz und darf weder gefangen noch gestört werden. Viele dieser Nützlinge profitieren von strukturreichen Gärten mit Totholzhaufen, Hecken und Wildblumenstreifen.

Wie vermeide ich Schnecken im Gemüsebeet?

Bewährt haben sich Schneckenzäune aus Kupferband oder Wellblech rund um Beete sowie Kaffeesatz als abschreckende Streuschicht. Gießen Sie abends möglichst wenig, da Feuchtigkeit Schnecken anlockt. Im Hochbeet reduziert eine erhöhte Konstruktion den Schneckenbefall erheblich; zusätzlich helfen Nematoden der Art Phasmarhabditis hermaphrodita als biologisches Mittel.

Welche Pflanzen vertreiben Schädlinge natürlich?

Lavendel, Basilikum, Rosmarin und Minze wirken als natürliche Repellents gegen verschiedene Insekten. Kapuzinerkresse zieht Blattläuse von Nutzpflanzen ab und dient als Fangpflanze. Tagetes (Studentenblumen) produzieren Wurzelexsudate, die bodenbürtige Schädlinge wie Nematoden und Wurzelfliegen fernhalten.

Wann ist ein Schädlingsbefall im Garten meldepflichtig?

Bestimmte Quarantäneschädlinge wie der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) oder der Japankäfer (Popillia japonica) sind in Deutschland schon beim Verdacht meldepflichtig. Wenden Sie sich bei Verdacht an das zuständige Pflanzenschutzamt Ihres Bundeslandes. Gängige Gartenschädlinge wie Blattläuse oder Schnecken unterliegen keiner Meldepflicht.