Wespen im Garten vertreiben: 10 sichere Methoden ohne Chemie
Wespen im Garten fernhalten: Was laut Umweltbundesamt und NABU wirklich hilft, was nur Mythos ist, was erlaubt ist – mit Regeln für Erdnester und Erste Hilfe bei Stichen.
Inhalt · 16 Abschnitte
Schnelle Übersicht: 7 Fakten zur Wespenabwehr
- Aktive Saison: Die Königin gründet im Frühjahr ein neues Nest, lästig werden die Völker im August/September. Im Herbst stirbt das Volk ab – nur die begatteten Jungköniginnen überwintern.
- Volksgröße: Deutsche und Gemeine Wespe können laut NABU sehr große Völker mit rund 10.000 Tieren bilden.
- Schutzstatus: Alle Wespen sind nach § 39 BNatSchG allgemein geschützt – töten oder Nest zerstören nur mit vernünftigem Grund. Unter den Faltenwespen ist nur die Hornisse besonders geschützt (§ 44 BNatSchG).
- Bußgeld: Bis zu 50.000 Euro bei besonders geschützten Arten wie der Hornisse, bis 10.000 Euro bei einem Verstoß gegen § 39 (§ 69 BNatSchG).
- Beste Vorbeugung: Speisen und Getränke im Freien abdecken, Reste und Fallobst wegräumen, Fliegengitter an Fenstern – das empfehlen Umweltbundesamt und NABU.
- Wespenfallen: Umweltbundesamt und NABU raten ab – sie reduzieren die Wespen am Tisch meist nicht und töten auch andere, teils geschützte Insekten. Welche Bauarten es gibt, vergleicht die Kaufberatung zu Wespenfallen.
- Allergierisiko: In Europa berichten laut AWMF-Leitlinie etwa 3 % der Bevölkerung von allergischen Allgemeinreaktionen nach Bienen- oder Wespenstichen.
Etwa 3 % der Bevölkerung in Europa haben schon einmal allergisch auf einen Bienen- oder Wespenstich reagiert (AWMF-Leitlinie Bienen- und Wespengiftallergie). Wer eine bekannte Insektengiftallergie hat, sollte das ärztlich verordnete Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor immer griffbereit haben. Atemprobleme, Gesichtsschwellung oder Kreislaufsymptome nach einem Stich sind medizinische Notfälle – sofort Notruf 112 rufen.
Kaum stehen Getränke und Essen auf dem Terrassentisch, erscheinen die ersten Wespen. Mit den richtigen Methoden lassen sie sich aus dem Garten und vom Sitzplatz fernhalten und die Wespenbelastung deutlich reduzieren – ganz ohne Chemie und ohne die nützlichen Insekten zu gefährden.
Hat sich bereits ein Nest gebildet, lesen Sie zuerst Wespennest entfernen: Selbst oder Fachmann? – dort steht, wann professionelle Hilfe nötig ist und was rechtlich erlaubt ist.
Warum Wespen im Sommer immer aggressiver werden
Das Verhalten von Wespen ändert sich im Laufe der Saison deutlich:
Frühjahr (März–Mai): Nestgründung Die Königin errichtet allein das erste Nest und zieht die erste Brut auf. Wespen sind kaum präsent.
Frühsommer (Juni–Juli): Koloniewachstum Die Kolonie wächst schnell. Arbeiterinnen jagen intensiv nach Insekten für die Larven – beim Grillen interessieren sie sich deshalb auch für Wurst und Fleisch. Abwehrreaktionen treten vor allem in Nestnähe auf.
Spätsommer (August–September): Hochsaison der Lästigkeit Im Spätsommer und Herbst sterben die Wespenvölker nach und nach ab. Die Arbeiterinnen haben immer weniger Brut zu versorgen und suchen verstärkt nach zucker- und eiweißhaltiger Nahrung – genau das, was auf Tellern und in Gläsern steht. Aggressiv sind sie abseits des Nestes dabei nicht, sondern auf Nahrungssuche; gestochen wird, wenn man nach ihnen schlägt oder sie sich eingeklemmt fühlen.
Diese Phase ist zeitlich begrenzt: Im Herbst sterben Königin, Arbeiterinnen und Drohnen – nur die begatteten Jungköniginnen überwintern. An warmen Stellen, etwa im Haus, halten manche Nester bis in den November durch.
Faktoren, die Wespen in Ihren Garten locken:
- Süße Speisen und Getränke, besonders offene Säfte, Limonaden und reifes Obst
- Blumenkübel mit nektarreichen Blüten nahe des Sitzbereichs
- Süßer Geruch von Sonnencreme, Parfüm oder Haarspray
- Bunte Kleidung
- Offene Mülleimer oder Kompost in Terrassennähe
- Alarmstoffe: Wer eine Wespe erschlägt oder gestochen wird, setzt Alarmpheromone frei, die weitere Wespen reizen können
- Fallobst unter Obstbäumen – Vorsicht beim Aufheben, darin kann eine Wespe oder Hornisse stecken
- Eiweißhaltige Speisen (Wurst, Grillfleisch) – im Hochsommer brauchen die Völker Proteine für die Larven
Wespen fliegen vor allem bei warmem, trockenem Wetter; an kühlen Morgen und bei Regen sind deutlich weniger unterwegs – das lässt sich bei Gartenarbeiten in Nestnähe nutzen.
Deutsche Wespe vs. Gemeine Wespe: Welche ist im Garten aktiv?
In deutschen Gärten sind vor allem zwei Arten für Konflikte verantwortlich: die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Äußerlich sind sie sehr ähnlich.
Deutsche Wespe vs. Gemeine Wespe
| Merkmal | Deutsche Wespe (V. germanica) | Gemeine Wespe (V. vulgaris) |
|---|---|---|
| Erkennungsmerkmal Stirnplatte | Meist drei schwarze Punkte im Dreieck | Breiter schwarzer Strich, nach unten verdickt |
| Körpergröße | Arbeiterinnen 11–16 mm, Königin bis 20 mm | Arbeiterinnen 11–16 mm, Königin bis 20 mm |
| Volksgröße | Mehrere tausend, große Völker rund 10.000 | Mehrere tausend, große Völker rund 10.000 |
| Neststandort | Meist Erdhöhlen, auch Dachböden, Rollladenkästen | Meist Erdhöhlen, auch Dachböden, Hohlräume |
| Nestfarbe | Eher grau | Bräunlich |
| Spätsommer-Verhalten | Sehr hartnäckig an Speisen | Ebenfalls stark zuckerorientiert |
| Schutzstatus | Nicht besonders geschützt | Nicht besonders geschützt |
| Nutzen | Insektenjägerin, Aasverwerterin | Insektenjägerin, Bestäuberin |
Beide Arten sind nicht besonders geschützt und dürfen vertrieben werden. Ihr Nest ohne vernünftigen Grund zu zerstören, verbietet aber § 39 Absatz 1 BNatSchG – Rahmen bis 10.000 Euro. Die schärferen Zugriffsverbote des § 44 BNatSchG (bis 50.000 Euro) gelten unter den Faltenwespen allein für die Hornisse, die als einzige namentlich in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung steht; Feldwespe, Mittlere und Sächsische Wespe sind dort nicht aufgeführt, auch wenn viele Ratgeber das behaupten.
Erdwespen: Welche Art nistet im Boden?
„Erdwespe“ ist kein Artname, sondern eine Ortsangabe: Gemeint sind fast immer Deutsche Wespe und Gemeine Wespe, die ihr Nest bevorzugt unterirdisch bauen – in verlassenen Mäusegängen, unter Wurzeltellern, unter Terrassenplatten. Von außen sieht man nur ein fingerbreites Loch mit regem Anflug; das Nest darunter umfasst im Hochsommer mehrere tausend Tiere.
Verwechselt wird das regelmäßig mit den Grabwespen (Sphecidae und Crabronidae), die in sandigen Beeten und Fugen einzelne Röhren graben. Sie leben solitär, verteidigen kein Volk und stechen den Menschen praktisch nie. Der Unterschied ist am Verkehr zu erkennen, nicht am Tier: Ein Vespula-Erdnest hat einen ununterbrochenen An- und Abflug, eine Grabwespenröhre nur gelegentlichen Besuch – ein Loch im Sandbeet ohne dichten Flugverkehr ist kein Grund zur Sorge.
Was beim Erdnest im Rasen zu tun ist: Einflugloch mit einem Stab oder Wimpel markieren und beim Mähen einen Bogen von drei bis fünf Metern machen (mehr unter Herbstarbeiten). Nicht Wasser, Schaum oder Benzin ins Loch geben: Das tötet das Volk selten vollständig, provoziert einen Massenangriff aus einem Nest, dessen Ausgänge man nicht alle kennt, und ist nach § 39 BNatSchG ohne vernünftigen Grund unzulässig. Muss das Nest vor dem Herbst weg, ist das Ausgraben Sache eines Fachbetriebs.
Erkennungstipp: Freihängende Nester bauen Arten, die nicht an Speisen gehen – etwa Hornisse und Sächsische Wespe; Feldwespen erkennt man an den im Flug herabhängenden gelben Beinen. Im Zweifel hilft ein Foto an die untere Naturschutzbehörde oder eine NABU-Gruppe vor Ort.
10 Methoden Wespen vertreiben: Der große Vergleich
10 Methoden gegen Wespen im Garten – Wirksamkeit und Aufwand
| Methode | Wirksamkeit | Aufwand | Kosten | |
|---|---|---|---|---|
| Wespenfalle mit Lockstoff | Unklar – geprüft wird laut UBA nur die Lockwirkung, nicht die Entlastung am Tisch | Gering – tötet aber auch andere, teils geschützte Insekten | 5–20 € | |
| Pseudonest (Attrappe) | Nicht belegt | Sehr gering – aufhängen | 5–15 € | |
| Ablenkfütterung (NABU) | Mittel – oft wirksam | Gering – Schale mit Marmelade oder reifen Trauben 5–10 m entfernt | Unter 1 € | |
| Ätherische Öle (z. B. Nelkenöl) | Gering bis mittel – nur unmittelbare Nähe | Gering – Taschentuch beträufeln | 2–8 € | |
| Speisen und Getränke abdecken | Hoch – verhindert Anlockung | Sehr gering | 0 € bis wenige Euro für Hauben und Deckel | Auswahl bei Amazon |
| Insektenschutzvorhang / Terrassenabdeckung | Hoch – mechanische Barriere | Mittel – Installation nötig | 20–150 € | Auswahl bei Amazon |
| Räucherstäbchen (Zitrone, Lavendel) | Gering bis mittel – nur windstill | Sehr gering – anzünden | 2–10 € | |
| Fliegengitter an Fenstern | Hoch – hält Wespen aus dem Haus | Mittel – einmal montieren | 10–40 € | Auswahl bei Amazon |
| Ruhe bewahren, nicht pusten oder schlagen | Hoch – senkt das Stichrisiko | Keiner | 0 € | |
| Nest umsiedeln oder entfernen lassen | Hoch – nur bei vernünftigem Grund | Fachbetrieb oder Wespenberater | Richtwert 80–300 € |
Produktnamen führen zu Amazon.de. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Erkenntnis aus dem Vergleich: Am meisten bringt es, gar nicht erst Nahrung anzubieten: Speisen und Getränke abdecken, Reste und Fallobst wegräumen. Düfte und Ablenkfütterung helfen im Einzelfall, Fallen und Attrappen kaum.
Wespenfallen: Warum UBA und NABU abraten
Wespenfallen gehören zu den meistgekauften Mitteln – Umweltbundesamt und NABU raten davon ab.
Kommerzielle Fallen mit Lockstoff Fertige Fallen mit Lockstofflösung sind Biozidprodukte und müssen zugelassen sein. Geprüft wird dabei nur, ob der Lockstoff Wespen anlockt – nicht, ob am Kaffeetisch danach weniger Wespen auftauchen. Laut Umweltbundesamt hilft der Fang einzelner Tiere meist nicht, weil ein Volk aus sehr vielen Arbeiterinnen besteht und neue Wespen die Nahrungsquelle weiter anfliegen.
Selbstgebastelte Zuckerwasser- oder Cola-Fallen Das Lockmittel wirkt nicht nur auf Deutsche und Gemeine Wespe. Untersuchungen zeigen, dass je nach Standort und Jahreszeit in solchen Fallen regelmäßig auch andere Insekten und sogar die besonders geschützte Hornisse sterben. Der NABU rät deshalb ganz vom Kauf mit Saft oder Bier gefüllter Fallen ab; die Tiere ertrinken qualvoll.
Besser als eine Falle: Ablenken statt fangen
- 1
Eine Schale mit etwas Marmelade oder sehr reifen, aufgeschnittenen Weintrauben fünf bis zehn Meter vom eigenen Essen entfernt aufstellen (NABU)
- 2
Ein Stück Wurst abseits hinlegen – im Hochsommer suchen die Wespen Eiweiß für ihre Larven
- 3
Speisen und Getränke im Freien abdecken, vor jedem Schluck ins Glas schauen
- 4
Essensreste, offene Flaschen und Fallobst zügig wegräumen
Elektronische Insektenfallen: UV-Fallen locken vor allem nachtaktive Insekten an, darunter viele Schmetterlinge – gegen tagaktive Wespen helfen sie nicht. Im Freien sind sie nach § 4 Bundesartenschutzverordnung sogar verboten, weil sie besonders geschützte Arten wie die Hornisse anlocken und töten können, auch wenn Händler zum Teil mit dem Einsatz draußen werben.
Eine Falle ersetzt weder das Abdecken der Speisen noch den Abstand zum Nest. Wer trotzdem eine aufstellt, platziert sie weit weg vom Sitzplatz und nicht in der Nähe blühender Pflanzen.
Hausmittel gegen Wespen – Was wirklich hilft
Wissenschaftlich belegt ist kein Hausmittel gegen Wespen. Einige nennt der NABU als Hilfsmittel, die oftmals funktionieren – andere sind reine Mythen:
Hausmittel gegen Wespen im Check
- 1
Weit verbreiteter Tipp, dessen Wirkung nicht belegt ist. Wer es ausprobiert: nur auf feuerfestem Untergrund und nicht in Kindernähe schwelen lassen.
- 2
Ätherische Öle wie ein mit Nelkenöl beträufeltes Taschentuch haben sich laut NABU oftmals als Hilfsmittel erwiesen. Die Wirkung reicht nur bis in die unmittelbare Nähe und lässt nach, wenn der Duft verfliegt.
- 3
Räucherstäbchen, vor allem mit Zitronen- oder Lavendelduft, können laut NABU helfen – am besten bei Windstille.
- 4
Der NABU empfiehlt, Wespen behutsam mit einer Sprühflasche mit Wasser zu benetzen – die Tiere halten es für Regen und fliegen weg. Nicht auf ein Nest zielen.
- 5
Für Kupfermünzen im Wasserglas, Basilikumtöpfe oder Alufolie gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis.
Was gar nicht hilft – gängige Mythen entlarvt:
- Anpusten: Das Kohlendioxid im Atem gilt im Wespenvolk als Alarmsignal – nicht pusten
- Benzin oder Spiritus: Giftig, gefährlich und illegal für die Nestbehandlung
- Alufolie: Angeblich sollen Wespen ihr Spiegelbild fürchten – nicht belegt
Wespenfreie Terrasse gestalten: Planung und Ausstattung
Bauliche Maßnahmen an der Terrasse wirken langfristig besser als Hausmittel:
Insektenschutzvorhänge und -netze Vorhänge aus feinem Gazestoff für Terrassenüberdachungen und Pavillons sind eine lichtdurchlässige, wetterbeständige Barriere, die sich schnell öffnen und schließen lässt – am wirksamsten in Kombination mit einer Überdachung.
Seitenwände und Pergolen Seitenwände reduzieren den Wespeneinflug erheblich; Rollmarkisen mit seitlichen Führungsschienen halten neben Wind auch Insekten ab.
Terrassengestaltung: Was Wespen fernhält
- Obstbäume und -sträucher nicht in unmittelbarer Terrassennähe – herabgefallenes, verfaultes Obst zieht massenhaft Wespen an
- Mülleimer mit dichten Deckeln, Komposter nicht direkt neben dem Sitzbereich
Pflanzen, die Wespen meiden Oft genannt werden stark duftende Pflanzen in Töpfen auf der Terrasse. Ein Wirksamkeitsnachweis fehlt – als Terrassenpflanzen schaden sie aber nicht:
- Zitronenmelisse (intensiver Zitrusduft)
- Pfefferminze und Spearmint
- Wermut (Artemisia absinthium) – sehr intensiv riechend
- Lavendel
Herbstarbeiten im Garten: Erdnester sind jetzt am größten
Die meisten Stiche im Spätsommer und Frühherbst passieren nicht am Kaffeetisch, sondern bei der Gartenarbeit an Erdnestern, die den ganzen Sommer unbemerkt gewachsen sind. Im September hat das Volk seine größte Stärke erreicht, und zugleich fallen Laubrechen, Staudenrückschnitt, Heckenschnitt und der letzte Rasenschnitt an.
Der Auslöser ist fast immer Erschütterung, nicht Nähe: Ein Freischneider, Vertikutierer oder Rasenmäher über dem Einflugloch alarmiert das Volk zuverlässiger als ein Mensch, der daneben steht.
- Vor dem Gerät die Fläche ablaufen. Fünf Minuten aus zwei Metern Abstand beobachten: Ein gleichmäßiger An- und Abflug an einer Stelle im Boden, unter der Hecke oder in der Trockenmauer verrät das Nest sicherer als jedes Suchen im Laub.
- Fundstelle markieren. Ein Stab mit Wimpel hält Familie und Gartenhilfe zuverlässiger fern als eine mündliche Warnung, und beim nächsten Arbeitsgang erinnert er Sie selbst daran.
- Mähroboter in Nestnähe abschalten. Er fährt die Stelle mehrmals täglich an und hält das Volk dauerhaft in Alarm – der häufigste Grund, warum ein bis dahin unauffälliges Erdnest plötzlich als aggressiv erlebt wird.
- Früh am Morgen arbeiten. An kühlen Herbstmorgen sind Wespen träge und fliegen kaum; dann lässt sich in Nestnähe arbeiten, was mittags riskant wäre.
Ein Erdnest im Herbst muss ohnehin nicht weg: Das Volk stirbt ab, und das Nest wird nicht wieder besiedelt. Wer diese Wochen mit Abstand und markierter Fundstelle überbrückt, spart sich die Entfernung.
Wespennest im Garten: Entfernen oder abwarten?
Bleiben Wespen trotz aller Abwehrmaßnahmen hartnäckig, befindet sich wahrscheinlich ein Nest in unmittelbarer Nähe.
Wann abwarten sinnvoll ist:
- Das Nest befindet sich an einer ungefährlichen Stelle (Gartenecke, unter einem Schuppen)
- Kein Allergiker im Haushalt
- Das Nest ist gut sichtbar und der Bereich kann weiträumig gemieden werden
- Es ist bereits September – die Völker von Deutscher und Gemeiner Wespe sterben im September oder Oktober ab
Das Abwarten ist die ökologisch sinnvollste Option, und der NABU rät, zuerst zu prüfen, ob sich das Nest dulden lässt. Wespen nutzen ihr Nest nur eine Saison – ist es verlassen, in der Regel ab Oktober, darf es entfernt werden. Zu jedem Nest gilt: mindestens zwei Meter Abstand halten, dann fühlen sich die Tiere nicht bedroht (Umweltbundesamt).
Wann ein Nest entfernt werden muss:
- Das Nest sitzt am Hauseingang, auf dem Spielplatz oder in einem Bereich, der nicht gemieden werden kann
- Im Haushalt leben Personen mit Wespengiftallergie
- Das Nest befindet sich in einem Hohlraum (Wand, Rollladenkasten, Dachboden)
- Kinder spielen regelmäßig in unmittelbarer Nestnähe
Alle Details zur sicheren und rechtssicheren Nestentfernung – inklusive der gesetzlichen Regelungen nach § 44 BNatSchG – stehen in Wespennest entfernen: Selbst oder Fachmann?.
Wichtig: Rechtliche Lage Kein Wespennest darf ohne vernünftigen Grund zerstört werden (§ 39 Absatz 1 BNatSchG, jede Art, Bußgeldrahmen bis 10.000 Euro). Bei der Hornisse (Vespa crabro) greift § 44 BNatSchG, der Rahmen steigt auf 50.000 Euro. Im Zweifel die Wespenart durch einen Experten bestimmen lassen.
Professionelle Nestentfernung: Richtwerte für die Kosten
- Kleines Nest, gut zugänglich: 80–150 €
- Nest in Hohlraum oder Dachbereich: 150–300 €
- Hornissennest (nur mit Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde): 200–400 €
Erste Anlaufstelle ist laut Umweltbundesamt die zuständige Naturschutzbehörde. Oft lässt sich ein Nest von geschulten Wespen- und Hornissenberatern umsiedeln; ist das nicht möglich, übernimmt ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb.
10-Punkte-Plan für eine wespenfreie Terrasse
10-Punkte-Checkliste: Wespenfreie Terrasse
- Speisen und Getränke grundsätzlich abdecken – keine offenen Gläser oder Flaschen auf dem Tisch lassen
- Statt Falle: Ablenkfütterung mit Marmelade oder reifen Trauben fünf bis zehn Meter vom Tisch
- Fliegengitter an Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenstern anbringen
- Mülleimer mit dichten Deckeln versehen und täglich leeren
- Kein herabgefallenes Obst unter Bäumen liegen lassen – sofort aufsammeln
- Süße Getränke immer mit einem Deckel oder Strohhalm-Schutz trinken
- Auf stark riechende Parfüms, Sonnencreme und Haarspray beim Aufenthalt draußen verzichten
- Nach dem Essen Mund und Hände der Kinder abwischen
- Terrassenüberdachung mit Insektenschutzvorhängen ausstatten
- Kompost und Abfälle nicht direkt neben dem Sitzbereich lagern
Wespenstich: Was sofort zu tun ist
Ruhe bewahren ist die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme – panisches Wedeln und Schlagen erhöht die Gefahr weiterer Stiche erheblich.
Sofortmaßnahmen nach einem Wespenstich:
- Kühlpack oder Eis (in ein Tuch gewickelt) auf die Stichstelle legen – reduziert Schwellung und Schmerz
- Stich-Auszieher oder Pinzette nur bei Bienenstichen nötig (Wespen hinterlassen keinen Stachel)
- Den Ort des Stichs zügig verlassen – beim Stich freigesetzte Alarmstoffe können weitere Wespen reizen
- Eng sitzende Kleidung und Schmuck im Stichbereich entfernen
Alarmzeichen, die den Notruf erfordern (112):
- Schwellung breitet sich schnell aus, besonders im Gesicht und Halsbereich
- Atemnot, Schluckbeschwerden oder Heiserkeit
- Schwindel, Übelkeit oder Kreislaufprobleme
- Stiche im Mund- oder Rachenraum
- Sehr viele Stiche auf einmal, besonders bei Kleinkindern
Wärme-Stichheiler:
Batteriebetriebene Stichheiler erwärmen die Haut an der Einstichstelle kurz. Der NABU empfiehlt sie, weil sie Schwellung und Juckreiz mindern können – unmittelbar nach dem Stich und mehrfach angewendet. Laut AWMF-Leitlinie gibt es für solche Hyperthermie-Geräte allerdings keine Evidenz aus vergleichenden Studien. Bei Kindern nur unter Aufsicht verwenden, damit keine Verbrennung entsteht; anschließende Kühlung lindert den Schmerz.
Wie lange schwillt ein Stich?
Eine normale Lokalreaktion bleibt unter 10 cm Durchmesser und bildet sich innerhalb von 24 Stunden bereits zurück. Ist die Schwellung größer als 10 cm und hält länger als 24 Stunden an, sprechen Ärzte von einer gesteigerten Lokalreaktion; sie klingt im Mittel nach etwa sieben Tagen ab (AWMF-Leitlinie). Nimmt die Rötung nach Tagen wieder zu, wird warm und schmerzt stärker, sollte ein Arzt eine Infektion ausschließen.
Die vollständige Anleitung zu Erster Hilfe und Behandlung gibt Wespenstich behandeln – Erste Hilfe und wann zum Arzt; bei vermuteter oder bekannter Allergie Wespenallergie: Symptome, Test und Notfallbehandlung.
Hornissen vs. Wespen: Gefährlichkeit und gesetzlicher Schutz
Hornissen werden häufig gefürchtet, sind aber deutlich friedfertiger als die kleineren Wespenarten.
Hornissen im Vergleich mit Wespen
| Merkmal | Hornisse (Vespa crabro) | Deutsche/Gemeine Wespe |
|---|---|---|
| Körpergröße | Arbeiterinnen 18–25 mm, Königin bis 35 mm | Arbeiterinnen 11–16 mm, Königin bis 20 mm |
| Verhalten | Friedfertig, greift höchstens in unmittelbarer Nestnähe an | Aufdringlich an Speisen im Spätsommer |
| Interesse an Speisen | Keines – jagt lebende Insekten | Süßes, Fleisch, Wurst |
| Abstand zum Nest | Mindestens 2 Meter | Mindestens 2 Meter |
| Schutzstatus | Besonders geschützt (§ 44 BNatSchG) | Nicht besonders geschützt – § 39 BNatSchG gilt trotzdem |
| Strafe bei Nestentfernung | Bußgeldrahmen bis 50.000 € | Bußgeldrahmen bis 10.000 € (§ 69 Absatz 7) |
Verhalten bei einem Hornissennest im Garten: Laut NABU greifen Hornissen nie grundlos an und sind scheuer als Honigbienen. Wer ruhig bleibt und mindestens zwei Meter Abstand zum Nest hält, wird in der Regel nicht gestochen. Häufige Fehler: Erschütterungen des Nestes, Versperren der Flugbahn, Vibrationen durch Gartengeräte. Ein Hornissenvolk zählt auf dem Höhepunkt Mitte August bis Mitte September 400 bis 700 Tiere – und hält die Wespen in der Umgebung klein, denn Hornissen fangen Wespen.
Das eigenmächtige Entfernen eines Hornissennestes ist gesetzlich verboten und wird als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 50.000 € geahndet (§ 69 BNatSchG). Erster Ansprechpartner ist die untere Naturschutzbehörde beim Landkreis oder der kreisfreien Stadt; die korrekte Vorgehensweise beschreibt Hornissen im Garten – Nest entdeckt, was jetzt?.
Wann ist auch ein Hornissennest ein Problem? Hornissennester sollten nur dann behördlich entfernt werden, wenn:
- das Nest sich im Innern des Wohngebäudes befindet
- Haushaltsmitglieder bekannte Insektengiftallergien haben
- das Nest an einem Ort sitzt, der nicht sicher gemieden werden kann (Eingangstür, Kinderzimmerfenster)
In allen anderen Fällen ist geduldiges Abwarten bis zum Herbst die empfohlene Lösung – das verlassene Nest darf dann entfernt werden.
Häufige Fehler bei der Wespenabwehr
Diese sieben Fehler vergrößern das Problem am häufigsten:
1. Hektisches Wedeln, Schlagen und Pusten: Wespen stechen, sobald sie sich bedroht fühlen. Ruhig bleiben und die Wespe abziehen lassen, rät das Umweltbundesamt.
2. Auf Wespenfallen setzen: Sie entlasten den Tisch meist nicht (warum) – und direkt am Tisch aufgestellt, lockt der Köder zusätzlich Wespen an.
3. Limonadendosen offen stehen lassen: Eine angebrochene Limonadendose ist die häufigste Ursache für Wespenstiche im Mund- und Rachenraum – eine medizinisch ernste Komplikation. Aus Gläsern mit Deckel oder mit Strohhalm-Schutzdeckel trinken.
4. Ein Nest selbst zerstören wollen: Wespen verteidigen ihr Nest mit großer Bereitschaft, und es braucht einen vernünftigen Grund nach § 39 BNatSchG. Umsiedeln oder entfernen sollten Wespenberater oder ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb.
5. Die Hornisse übersehen: Wer ein Nest entfernt, ohne die Art zu kennen, riskiert bei der Hornisse (25–35 mm, braun-gelb-rot) ein Bußgeld nach § 44 BNatSchG bis 50.000 Euro. Bei Feldwespen (langgestreckter Körper, gelbe Beine, baumelnde Hinterbeine im Flug) bleibt es beim Rahmen des § 39 BNatSchG bis 10.000 Euro. Bei Unsicherheit ein Foto an den NABU oder die untere Naturschutzbehörde senden.
6. Auf Attrappen vertrauen: Für Pseudonester aus Papier oder Plastik gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis. Eher wirkt ein echtes, verlassenes Nest: Laut NABU wird direkt daneben meist kein zweites gebaut.
7. Mückenmittel gegen Wespen einsetzen: Mückenstecker und Mückenspiralen sind auf Stechmücken ausgelegt und helfen gegen Wespen nicht.
Wann zum Profi oder zum Arzt?
Die meisten Wespensituationen lassen sich ohne professionelle Hilfe bewältigen – in diesen nicht, zum eigenen Schutz oder aus rechtlichen Gründen:
Schädlingsbekämpfer kontaktieren bei:
- Nest, das nach den Kriterien oben weg muss – in Wohnnähe (Rollladenkasten, Dachboden, Eingangsbereich, Kinderspielplatz), in einem Hohlraum mit unklarem Ausmaß (Wandverkleidung, Zwischendecke), wo es viel größer sein kann als sichtbar, oder bei Allergikern im Haushalt, dann auch bei kleineren Nestern
- Wiederholter Befall trotz aller Vertreibungsmaßnahmen – meist liegt ein nicht entdecktes Nest im näheren Umfeld
- Unklare Artbestimmung – Schädlingsbekämpfer identifizieren die Art zuverlässig vor Beginn der Maßnahme
Untere Naturschutzbehörde kontaktieren bei:
- Hornissennest (Vespa crabro) – besonders geschützt nach Anlage 1 BArtSchV, Entfernung nur mit behördlicher Ausnahmegenehmigung
- Jedes andere Wespennest, das weg soll – nicht besonders geschützt, aber § 39 BNatSchG verlangt einen vernünftigen Grund; die Behörde sagt Ihnen, ob Ihrer trägt
- Nest in Naturschutzgebiet oder geschützter Biotopfläche
Sofort Notruf 112 wählen bei den Alarmzeichen nach einem Stich: Sie deuten auf eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) bis zum anaphylaktischen Schock oder – bei Schwellung an Gesicht, Hals, Mund oder Rachen, auch ohne Allergie – auf eine drohende Verlegung der Atemwege. Bei sehr vielen Stichen sind auch ohne Allergie Vergiftungserscheinungen möglich. Bei bekannter Insektengiftallergie gehört jedes Stichereignis unter ärztliche Beobachtung, auch ohne sofortige Symptome.
Ärztlich abklären lassen bei:
- Allgemeinreaktionen nach einem früheren Stich – etwa Quaddeln oder Juckreiz am ganzen Körper, Atemnot, Schwindel
- Gesteigerter Lokalreaktion (über 10 cm, länger als 24 Stunden) – meist harmlos und kein Grund für eine Hyposensibilisierung, aber ärztlich zu behandeln
- Stichen im Gesicht oder am Hals mit starker Schwellung
- Unsicherheit, ob eine Insektengiftallergie vorliegt – die Diagnostik übernimmt ein Allergologe
Bei bestätigter Insektengiftallergie mit Allgemeinreaktionen ist eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) möglich. Laut AWMF-Leitlinie schützt sie bei Wespengift in 95,7 bis 99 % der Fälle vor erneuten Allgemeinreaktionen; sie dauert in der Regel drei bis fünf Jahre und ist die einzige ursächliche Behandlung.
Wann sich der Fachbetrieb rechnet
Solange das Nest fernab der Wege sitzt, ist Abstand die beste Maßnahme. An Hauswand, Terrasse oder Kinderspielbereich – und immer bei Allergie im Haushalt – übernimmt der Fachbetrieb.
Was ein Kammerjäger kostet – Preise nach Schädling und wer sie zahlt
Wespen im Garten: Biologie, Rechtsdaten und Fakten
Vespula vulgaris und Vespula germanica sind die beiden Wespenarten, die an Kuchen, Limo und Grillfleisch gehen. Von einigen hundert heimischen Wespenarten sind nur sie am Kaffeetisch lästig.
Volksgröße und Lebenszyklen: Laut NABU können Deutsche und Gemeine Wespe Völker mit rund 10.000 Tieren bilden, die ihr Nest nur eine Saison nutzen; im Frühjahr gründet jede überwinterte Jungkönigin ein neues. Die seltenere Rote Wespe, ebenfalls eine Erdnisterin, bildet nur Völker mit 100 bis 200 Tieren.
Nestfarbe: Nester der Gemeinen Wespe sind bräunlich, die der Deutschen Wespe eher grau (Umweltbundesamt).
Rechtslage – zwei Stufen: Für jede heimische Wespe gilt § 39 Absatz 1 BNatSchG – nicht töten, Nest nicht zerstören ohne vernünftigen Grund, Bußgeldrahmen bis 10.000 Euro (§ 69 Absatz 7 BNatSchG). Besonders geschützt nach § 44 BNatSchG – Rahmen bis 50.000 Euro – ist von den Faltenwespen ausschließlich die Hornisse (Vespa crabro). Streng geschützt ist auch sie nicht: Dafür müsste sie in Anhang A der EG-Verordnung 338/97 oder Anhang IV der FFH-Richtlinie stehen, wo sie fehlt. Im Zweifelsfall die untere Naturschutzbehörde kontaktieren.
Ökologischer Nutzen: Wespen jagen Fliegen, Mücken, Blattläuse und Raupen, verwerten tote Insekten und Fallobst, bestäuben gemeinsam mit anderen Insekten Pflanzen und sind selbst Nahrung für Vögel (NABU). Ein gut entwickeltes Hornissenvolk vertilgt laut Umweltbundesamt bis zu einem halben Kilogramm Insekten am Tag.
Häufige Fragen
Warum sticht es beim Rasenmähen im September häufiger?
Weil Erdnester im September ihre größte Volksstärke haben und Erschütterung der eigentliche Auslöser ist. Rasenmäher, Vertikutierer und besonders Mähroboter fahren die Stelle wiederholt an und halten das Volk in Alarmbereitschaft. Beobachten Sie die Fläche vor der Arbeit fünf Minuten aus zwei Metern Abstand auf regelmäßigen An- und Abflug, markieren Sie den Fund mit einem Wimpel und arbeiten Sie an kühlen Morgen, wenn die Tiere träge sind.
Welche Hausmittel vertreiben Wespen wirklich?
Wissenschaftlich belegt ist keines. Der NABU nennt als Hilfsmittel, die oft funktionieren: ein mit Nelkenöl beträufeltes Taschentuch, Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft, behutsames Besprühen mit Wasser und eine Ablenkfütterung mit Marmelade oder reifen Trauben fünf bis zehn Meter vom Tisch. Am meisten bringt es, Speisen und Getränke abzudecken. Alle Produkte, die wir in unseren Ratgebern zu Wespen empfehlen, stehen gesammelt in der Produktübersicht.
Hilft ein Wespennest-Attrappe wirklich?
Ein Wirksamkeitsnachweis fehlt – weder für Attrappen aus Papier noch aus Plastik. Eher hilft ein echtes, verlassenes Nest: Laut NABU wird direkt daneben meist kein zweites gebaut, man kann es deshalb nach dem Herbst hängen lassen.
Sind Wespenfallen sinnvoll?
Eher nicht. Laut Umweltbundesamt reduziert der Fang einzelner Tiere die Wespen am Tisch meist nicht, weil ein Volk aus sehr vielen Arbeiterinnen besteht. Zugleich sterben in den Fallen auch andere Insekten, sogar die besonders geschützte Hornisse. Der NABU rät vom Kauf mit Saft oder Bier gefüllter Fallen ganz ab. UV-Elektrofallen sind im Freien nach der Bundesartenschutzverordnung verboten.
Dürfen Wespen getötet werden?
Vertreiben ja, töten nur mit vernünftigem Grund. § 39 Absatz 1 BNatSchG schützt alle heimischen Wespen davor, ohne Grund getötet zu werden – auch die Gemeine und die Deutsche Wespe, die nicht besonders geschützt sind. Der Bußgeldrahmen liegt hier bei 10.000 Euro. Von den Faltenwespen ist einzig die Hornisse in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung gelistet und damit besonders geschützt; nur bei ihr greift § 44 BNatSchG mit einem Rahmen bis 50.000 Euro. Feldwespe, Mittlere und Sächsische Wespe stehen entgegen einer verbreiteten Angabe nicht in Anlage 1.
Welche Düfte mögen Wespen nicht?
Der NABU nennt Nelkenöl – etwa auf einem Taschentuch – und Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft als Hilfsmittel, die oft funktionieren. Die Wirkung reicht nur bis in die unmittelbare Nähe. Umgekehrt ziehen Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur Wespen an.
Wann ist die beste Zeit, ein Wespennest zu entfernen?
Am besten gar nicht, solange das Nest geduldet werden kann: Die Völker von Deutscher und Gemeiner Wespe sterben im September oder Oktober ab, ein verlassenes Nest darf dann – in der Regel ab Oktober – problemlos entfernt werden. Muss ein bewohntes Nest wegen eines vernünftigen Grunds früher weg, etwa bei Allergie oder am Spielplatz, ist die Naturschutzbehörde die erste Anlaufstelle; umsiedeln oder entfernen sollten Wespenberater oder ein Fachbetrieb.
Helfen Duftkerzen gegen Wespen?
Duftquellen wie Räucherstäbchen mit Zitronen- oder Lavendelduft können laut NABU helfen, am ehesten bei Windstille und nur in unmittelbarer Nähe. Belastbare Messungen dazu gibt es nicht. Als alleinige Maßnahme reichen sie nicht – abgedeckte Speisen und eine Ablenkfütterung abseits des Tisches bringen mehr.
Was tun, wenn Wespen trotz aller Maßnahmen bleiben?
Wenn Wespen trotz aller Abwehrmaßnahmen hartnäckig bleiben, befindet sich in der Nähe wahrscheinlich ein Nest. Halten Sie mindestens zwei Meter Abstand und prüfen Sie, ob es sich dulden lässt. Muss es aus einem vernünftigen Grund weg, ist die Naturschutzbehörde die erste Anlaufstelle; oft kann ein Wespen- und Hornissenberater das Nest umsiedeln, sonst übernimmt ein Schädlingsbekämpfer. Bei Hornissen ist immer eine Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde nötig.
Sind Wespen im Garten gefährlich für Kinder?
Gesunde Kinder ohne Allergie sind durch einzelne Stiche nicht ernsthaft gefährdet. Gefährlich sind Stiche im Mund- oder Rachenraum – etwa durch eine Wespe im Getränk – und sehr viele Stiche auf einmal, für die Kleinkinder besonders empfindlich sind. Nach dem Essen Mund und Hände der Kinder abwischen, damit sie keine Wespen anlocken. Bei bekannter oder vermuteter Insektengiftallergie gehört ein ärztlich verordnetes Notfallset griffbereit, und ein Allergologe sollte die Allergie abklären.
Kann ich Wespen mit Wasser besprühen?
Ja, behutsam: Der NABU empfiehlt, eine Wespe mit einer Sprühflasche vorsichtig mit Wasser zu benetzen – sie hält es für Regen und fliegt weg. Nicht auf ein Nest sprühen. Hektisches Wedeln, Schlagen oder Anpusten reizt die Tiere dagegen; bleiben Sie ruhig, decken Sie die Nahrungsquelle ab und warten Sie, bis die Wespe abzieht.
Die in diesem Artikel vorgestellten Methoden können helfen, Wespen aus dem unmittelbaren Aufenthaltsbereich fernzuhalten – eine vollständige Wespenfreiheit im Freien ist naturgemäß nicht erreichbar. Bei bekannter oder vermuteter Insektengiftallergie unbedingt einen Allergologen aufsuchen und ein Notfallset bereithalten. Im Notfall nach einem Stich mit allergischer Reaktion sofort den Notruf 112 rufen. Die Angaben zu §§ 39, 44 und 69 BNatSchG entsprechen dem Stand September 2026 – bei rechtlichen Fragen stets die zuständige Naturschutzbehörde kontaktieren.
Weitere Ratgeber
© 2026 wohnschutz.com – Alle Texte, Grafiken und strukturierten Inhalte dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG). Die auszugsweise oder vollständige Übernahme ist nur mit ausdrücklicher Quellenangabe und einem gesetzten, aktiven Hyperlink auf die jeweilige Originalseite gestattet. Kommerzielle Nutzung, Weiterverbreitung oder Bearbeitung ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt. Bei Verstößen behalten wir uns rechtliche Schritte gemäß § 97 UrhG vor.