Ameisen im Garten bekämpfen: Hausmittel und Köder
Ameisen im Garten sind meist harmlos – doch unter Terrassenplatten oder im Gemüsebeet werden sie zum Problem.
Igel im Garten schützen und fördern: Welche Gefahren Igeln drohen, wie man den Garten igelfreundlich gestaltet und was bei einem verletzten Igel zu tun ist.
Rechtlicher Hinweis
Der Igel (Erinaceus europaeus) ist besonders geschützt nach § 44 BNatSchG in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung. Das Fangen, Töten, Verletzen oder dauerhaft in Gefangenschaft Halten ist verboten und kann mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro geahndet werden.
Igel gelten als Sympathieträger – kaum ein Gartentier genießt so viel Zuneigung. Dennoch sterben in Deutschland jedes Jahr schätzungsweise eine Million Igel durch menschliche Eingriffe: Rasenmäher, Mähroboter, Gartennetze, Schächte, Giftköder und der Straßenverkehr. Dabei ist der Igel einer der nützlichsten Gartenbewohner überhaupt: Er frisst Schnecken, Käfer und deren Larven in beträchtlichen Mengen und reguliert Schädlingspopulationen auf natürliche Weise.
Wer seinen Garten igelfreundlich gestaltet, profitiert doppelt – ökologisch und als biologischer Schädlingsschutz. Umfassende Informationen zum Schutzstatus aller Gartentiere finden Sie auch im Ratgeber Geschützte Tiere im Garten – Strafen und Regeln.
Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) ist in Deutschland besonders geschützt nach § 44 BNatSchG in Verbindung mit Anhang A der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV). Das bedeutet:
Was ist erlaubt:
Ein ausgewachsener Igel frisst pro Nacht 200–500 Gramm Nahrung – das entspricht einem erheblichen Anteil seiner Körpermasse. Auf dem Speiseplan stehen:
Ein Igel im Garten ersetzt in gewissem Maß Schneckenkorn, Insektizide und andere Interventionen. Er ist damit Teil einer nachhaltigen Schädlingsregulierung. Mehr zu biologischen Alternativen lesen Sie im Ratgeber Nützlinge im Garten fördern.
Rasenmäher und Motorsensen: Igel liegen tagsüber versteckt im hohen Gras oder in Laubhaufen und schlafen tief. Sie flüchten bei Gefahr nicht – sie rollen sich ein. Das führt zu schweren Verletzungen oder Tod. Vor dem Mähen: Fläche absuchen, besonders unter Hecken und in Ecken.
Mähroboter: Mähroboter sind die häufigste Einzelursache für Igelsterblichkeit in Privatgärten. Sie laufen auch nachts – genau dann, wenn Igel aktiv sind. Lösung: Mähroboter nur tagsüber (9–20 Uhr) laufen lassen, nie nachts.
Gartennetze und Teichfolien: Igel verfangen sich in engen Netzen (Erdbeernetze, Obstnetze, Teichfolie mit Falten) und verhungern oder erwürgen sich. Alternative: Teiche mit flacher Rampe oder Steintreppe ausstatten, engmaschige Netze vermeiden.
Kellerabgänge und Schächte: Offene Schächte, Abwassergräben oder Kellertreppen ohne Ausstiegsmöglichkeit sind Todesfallen. Abdecken oder mit Rampe ausstatten.
Gartenchemikalien: Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Metaldehyd ist für Igel hochgiftig – sie fressen vergiftete Schnecken und vergiften sich. Eisen-III-Phosphat-Präparate (z. B. Ferramol) sind igelverträglich und rechtlich empfohlen. Rodentizide (Rattengift) töten Igel sekundär durch vergiftete Nagetiere.
Bonfire-Gefahr im Herbst: Reisig- und Laubhaufen, die im Herbst angelegt und dann verbrannt werden, können schlafende Igel enthalten. Vor dem Anzünden: Haufen komplett umsetzen und kontrollieren.
Wann ist ein Igel wirklich in Not?
Was zu tun ist:
Was nicht tun: Kein Milch! Igel sind laktoseintolerant und bekommen Durchfall. Kein Hundefutter (oft zu salzig). Kein Aufwärmen mit Heizung (Überhitzungsgefahr). Den Igel nicht dauerhaft behalten – das ist verboten.
Grundsätzlich brauchen gesunde Igel keine menschliche Fütterung. Sie finden in einem strukturreichen Garten genug Nahrung. Fütterung kann jedoch in zwei Situationen sinnvoll sein:
Sinnvoll: Im Herbst (Oktober/November) bei Igelwelpen, die noch zu leicht für den Winterschlaf sind (unter 500 g), oder bei Igeln, die nach dem Winterschlaf sehr geschwächt aufwachen.
Geeignetes Futter: Feuchtes Katzenfutter (Fleisch, kein Fisch), hartgekochte Eier, ungewürzte Hackfleischbällchen. Frisches Wasser bereitstellen.
Niemals füttern mit: Milch (laktoseintolerant), Brot und Gebäck, Rosinen und Obst, gewürzten Speiseresten.
Wenn gefüttert wird: Fütterungsplatz abends aufstellen, morgens wieder reinräumen – damit keine Ratten angelockt werden.
Igel halten von Oktober/November bis März/April Winterschlaf. Dabei sinkt ihre Körpertemperatur auf wenige Grad über der Umgebungstemperatur, Herzschlag und Atemfrequenz fallen drastisch. In dieser Zeit verbrauchen sie ihre Fettreserven – sie benötigen mindestens 500–600 Gramm Körpergewicht, um den Winter zu überleben.
Typische Winterschlafquartiere: Laubhaufen, Reisighaufen, unter Holzstapeln, in Komposthaufen, unter Gartenhütten oder in speziellen Igelhäuschen.
Was im Winter zu unterlassen ist: Laubhaufen umsetzen oder verbrennen, Kompost tief umgraben, Holzstapel abräumen ohne Kontrolle.
Igelhäuschen: Fertige Igelhäuschen aus Holz mit kleinem Eingang (nur Igel-groß) sind sinnvolle Ergänzungen, ersetzen aber keine natürlichen Strukturen. Eingang sollte von Katzen nicht erreichbar sein – langer Gang zur Schlafkammer ist wichtig.
Der Igel (Erinaceus europaeus) gilt in Deutschland als gefährdet: Der NABU schätzt den aktuellen Bestand auf unter 900.000 Tiere – ein dramatischer Rückgang gegenüber den geschätzten mehreren Millionen Individuen in den 1960er Jahren. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) führt den Igel seit 2020 auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschland, was einen weiteren Rückgang ohne gegensteuernde Maßnahmen befürchten lässt.
Der wichtigste Einzelfaktor ist der Straßenverkehr: Schätzungen des NABU zufolge sterben jährlich 500.000 bis 700.000 Igel allein durch Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Hinzu kommen Verluste durch Rasenmäher und Motorsensen – Igel rollen sich bei Gefahr zusammen, statt zu fliehen, was im Garten zur tödlichen Falle wird.
Lebensraum als Schlüsselfaktor: Ein einzelner Igel benötigt ein Streifgebiet von 20–100 Hektar. Zäune, Mauern und verdichtete Bebauung zerschneiden diese Flächen und isolieren Populationen voneinander. Der NABU empfiehlt, Zäune mindestens 10–15 cm über dem Boden offen zu halten oder Igeldurchgänge (10 × 10 cm) einzuplanen – jede Verbindung zwischen Nachbargärten erhöht die Überlebenschancen lokaler Igelpopulationen messbar.
Pestizide und Nahrungsmangel: Igel ernähren sich von Regenwürmern, Käfern, Schnecken und anderen Bodentieren. Der Rückgang von Insekten und Bodenfauna durch Pestizide im Intensivlandwirtschaftsbereich und in pflegeintensiven Gärten reduziert das Nahrungsangebot direkt. Ein strukturreicher Garten mit Totholz, Laub und Wildpflanzenbereichen ist daher die wirksamste langfristige Igelhilfe.
Gesunde Igel sollten nicht angefasst werden. Einen verletzten, kranken oder tagsüber orientierungslos umherlaufenden Igel darf man mit Handschuhen aufnehmen und zur Igelstation bringen. Das Aufnehmen zur Pflege ist legal, das dauerhafte Halten verboten.
Igel fressen hauptsächlich Regenwürmer, Käfer, Schnecken, Kellerasseln und andere Bodentiere. Sie brauchen keine Fütterung. Milch ist schädlich – Igel sind laktoseintolerant.
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv, von April bis Oktober. Im Winter halten sie Winterschlaf. Ein tagsüber aktiver Igel ist meist krank oder in Not.
Hilfsbedarf: Igel liegt regungslos, taumelt, ist tagsüber aktiv, hat Verletzungen oder wiegt im Herbst unter 500 Gramm. Igelstation oder Tierarzt kontaktieren.
Igelflöhe befallen gelegentlich Menschen, stechen aber selten. Sie sind wirtsspezifisch und verlassen den Menschen schnell. Eine dauerhafte Infestation ist nicht möglich. Nach Igelkontakt Hände waschen.
Igel sind besonders geschützt nach § 44 BNatSchG. Das Fangen, Töten oder dauerhafte Halten ist verboten. Verletzten Igeln kann durch Aufnahme und Übergabe an eine Igelstation geholfen werden – das ist ausdrücklich erlaubt. Igelstationen finden Sie über nabu.de oder igel-in-not.de.
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