Wühlmaus vertreiben mit Hausmitteln: Was wirklich hilft
Wühlmaus mit Hausmitteln vertreiben – ehrlicher Ratgeber: Knoblauch, Holunder, Kaiserkrone, Vibration und Pflanzenbarrieren. Was funktioniert, was ist Mythos?
Wühlmäuse im Garten sind ärgerlich – und der Wunsch, sie mit einfachen Mitteln aus dem Beet zu vertreiben, ist verständlich. Die nüchterne Bilanz der Pflanzenschutzberatung vorweg: Für kein Hausmittel ist eine Wirkung gesichert – Gerüche vertreiben Wühlmäuse allenfalls kurzzeitig, Lärm und Vibration gar nicht. Was zuverlässig hilft, sind Drahtkörbe und Fallen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Hausmittel einen kurzen Aufschub bringen und welche nur Zeit und Geld kosten.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Bevor Sie mit Hausmitteln beginnen, sollten Sie sicher sein, womit Sie es zu tun haben. Der Ratgeber Maulwurf oder Wühlmaus erkennen zeigt die entscheidenden Unterschiede – denn der Maulwurf steht unter Naturschutz und darf weder gefangen noch getötet werden. Den vollständigen Überblick über alle Bekämpfungsstrategien bietet der Artikel Wühlmäuse im Garten: vollständiger Ratgeber.
Inhalt · 10 Abschnitte
Maulwürfe sind in Deutschland besonders geschützt (§ 44 BNatSchG). Vor jeder Bekämpfungsmaßnahme sicherstellen, dass es sich wirklich um eine Wühlmaus handelt und nicht um einen Maulwurf. Ein zuverlässiger Bestimmungsratgeber hilft dabei weiter.
Wie Hausmittel gegen Wühlmäuse wirken
Hausmittel gegen Wühlmäuse (vor allem die Schermaus Arvicola amphibius, daneben Feld- und Erdmaus) setzen auf drei Mechanismen: Geruchsabschreckung, Vibration/Lärm und physische oder toxische Pflanzenbarrieren. Keiner dieser Mechanismen tötet die Tiere – sie alle zielen auf Vergrämung, also das freiwillige Verlassen eines Bereichs.
Das Wichtigste zuerst: Der Geruch verschwindet schneller als das Tier. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW erreicht man mit stark riechenden Substanzen in den Gängen außer einem kurzzeitigen Vertreiben nichts, und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) führt Knoblauch, Wolfsmilch, Holunderblätter und Duftstoffe ausdrücklich unter den Maßnahmen „mit nicht gesicherter Wirkung“. Bei Vibration und Schall ist die Lage noch nüchterner: Dort ließ sich in Versuchen von vornherein keine Wirkung nachweisen (siehe unten). Dieser Unterschied bestimmt, welche Hausmittel überhaupt einen Beitrag leisten und welche nur Zeit und Geld kosten.
Drei Wirkprinzipien von Hausmitteln
- ✓ Geruchsabschreckung
Stark riechende Stoffe im Gang vertreiben Wühlmäuse allenfalls kurzzeitig – eine dauerhafte Wirkung ist nicht gesichert.
- ✓ Vibration und Lärm
Wühlmäuse nehmen Bodenschwingungen wahr – vertreiben ließen sie sich damit in Versuchen jedoch nicht.
- ✓ Toxische Pflanzen
Pflanzen mit giftigen Inhaltsstoffen werden selbst kaum gefressen – eine Schutzzone für das Beet daneben entsteht daraus nicht.
Welche konkreten Methoden sich dahinter verbergen und wie effektiv sie wirklich sind, erklärt die folgende Übersicht.
Geruchsbasierte Hausmittel
Geruchsbasierte Hausmittel sind die bekannteste Kategorie – und die, bei der Ruf und Beleg am weitesten auseinanderliegen. Die Schermaus orientiert sich stark über den Geruch, und ein frisch eingebrachter, stechender Geruch kann sie für kurze Zeit aus einem Gangabschnitt drängen. Mehr ist nicht belegt.
Was die Pflanzenschutzberatung dazu sagt:
-
Knoblauch: Zerdrückte Zehen riechen intensiv, solange das Allicin frisch ist. Eine Studie, die eine Vertreibung von Schermäusen damit belegt, gibt es nicht; die LfL zählt Knoblauch zu den Mitteln mit nicht gesicherter Wirkung.
-
Holunder: Frische Holunderzweige oder -blätter in den Gängen sind ein altes Gärtnermittel. Auch hier gilt: Die LfL nennt „Holunderblätter“ in den Gängen ausdrücklich unter den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung.
-
Duftstoffe und ätherische Öle: Parfümgrundstoffe und pflanzliche Öle in den Gängen stehen auf derselben Liste. Die Landwirtschaftskammer NRW fasst es für alle stark riechenden Substanzen zusammen: außer einem kurzzeitigen Vertreiben wird nichts erreicht.
Was noch weniger bringt:
-
Kaffeesatz: Der Geruch ist schwach und verfliegt im feuchten Boden in wenigen Tagen.
-
Essig: Sehr kurzlebig. Essigsäure verdunstet rasch und ist für Wühlmäuse eher ein minimaler Reiz.
-
Petroleum/Benzin: Nicht empfehlenswert. Schädigt den Boden, tötet nützliche Bodenlebewesen und ist ökologisch problematisch – ohne langfristige Vergrämungswirkung.
Holunder und Knoblauch: was wirklich dahintersteckt
Holunderäste und Knoblauch sind die meistempfohlenen Hausmittel. Wer sie ausprobieren will, sollte sie richtig einsetzen – und von ihnen nicht mehr erwarten als einen kurzen Aufschub, bis Gitter oder Falle bereitstehen.
Knoblauch richtig einsetzen:
Die größte Wirkung hat frisch zerdrückter Knoblauch – nicht ganze Zehen, sondern angeschnittene oder zerquetschte, damit das Allicin freigesetzt wird. Die Vorgehen:
- Aktive Gänge lokalisieren (leicht eingetreten, dann beobachten, ob nachgegraben wird).
- Gänge mit einem Stock oder Besenstiel öffnen.
- Je 3–5 zerdrückte Knoblauchzehen direkt in den Gang legen.
- Den Eingang locker mit Erde zuschütten.
- Nach 5–7 Tagen wiederholen, da das Allicin sich verflüchtigt hat.
Knoblauchpulver oder -granulat ist weniger wirksam als frischer Knoblauch, hält aber etwas länger. Knoblauchpräparate, die als Spray auf den Boden gesprüht werden, zeigen kaum Tiefenwirkung.
Holunder richtig einsetzen:
Holunderäste (Sambucus nigra) sollten frisch geschnitten und noch grün sein – getrocknete Äste riechen kaum noch.
- Frische Äste auf 30–40 cm Länge schneiden.
- Mehrere Äste büschelartig in offene Gänge stecken.
- Alle 10–14 Tage durch frisch geschnittenes Material ersetzen.
Wer beide Mittel kombiniert, legt Knoblauch etwa alle 5–7 Tage und Holunder alle 10–14 Tage nach, damit der Geruch nicht abreißt. Bleibt nach zwei bis drei Wochen der Fraß, ist das kein Anwendungsfehler, sondern die bekannte Grenze der Methode – dann sind Fallen und Gitter an der Reihe.
Checkliste: Geruchsmittel richtig anwenden
- Aktive Gänge identifizieren (Erdfall, frische Erde, aufgewölbte Stellen)
- Gänge öffnen und Mittel direkt in den Gang einbringen – nicht nur an der Oberfläche
- Mehrere Gänge gleichzeitig behandeln, nicht nur einen
- Regelmäßig erneuern: Knoblauch alle 5–7 Tage, Holunder alle 10–14 Tage
- Behandlung nach starkem Regen sofort wiederholen (Geruchsstoffe werden ausgewaschen)
- Unterschiedliche Mittel abwechseln, um Gewöhnung zu verzögern
Vibrations- und Lärmmethoden
Vibrationsgeräte und Windräder werben damit, dass Bodenschwingungen Fressfeinde ankündigen und Wühlmäuse deshalb fliehen. Die Pflanzenschutzberatung sieht das anders: Die LfL zählt „alle Maßnahmen zur Vertreibung: Lärm und Erschütterung“ und Schallgeräte mit Strom-, Wind- oder Solarantrieb zu den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung, die Landwirtschaftskammer NRW nennt Klappermühlen, Windräder und Flaschen wirkungslos.
Hausgemachte Vibrationsmethoden:
-
Windräder im Boden: Windräder oder Windspiele, deren Stab tief in den Boden gesteckt wird, übertragen Windvibrationen in die Erde – vertreiben lassen sich Wühlmäuse damit nicht.
-
Flaschen auf Stangen oder eingegraben: Eine alte Gärtnermethode, die bei Wind klappert. Laut LWK NRW wirkungslos.
-
Scherbenwind (Glasscherben auf Draht): Erzeugt bei Wind Geräusche, kaum Bodenvibrationen.
Was die Versuche dazu zeigen:
Die Erwartung, ein Grundstück mit Vibration oder Schall freizuhalten, hält der Prüfung nicht stand. Das für Wirbeltierforschung zuständige Vorgängerinstitut des heutigen Julius Kühn-Instituts hat dazu eigene Versuchsreihen durchgeführt: Schermäuse reagieren demnach keineswegs besonders empfindlich auf Schallwellen. Mit niederfrequenten Schallwellen (unter 100 Hz) gelang es nicht, die Tiere aus einem bereits angelegten Gangsystem zu vertreiben – und auch die Neubesiedlung von Flächen ließ sich damit nicht verhindern. Ebenso erfolglos blieben die Versuche mit Geruchsstoffen, die teilweise im Handel sind: ätherische Öle, Raubtierurin, ein Gemisch aus Molke und Buttermilch sowie Tieröl. Letzteres wurde von den Tieren schlicht zugewühlt, ihr Gangsystem behielten sie bei.
Wann Vibrationsmethoden sinnvoll sind:
Ehrlich gesagt: kaum. Geld für ein Vibrationsgerät ist in einem Drahtkorb oder einer Falle besser angelegt.
Pflanzen als natürliche Abwehr
Pflanzen mit scharfen oder giftigen Inhaltsstoffen gelten in der Gartenpraxis seit Generationen als Wühlmausabwehr. Der belegbare Kern ist schmaler als ihr Ruf: Diese Pflanzen werden von Wühlmäusen tatsächlich nur sehr selten gefressen – sie überstehen einen Befall also selbst. Dass sie darüber hinaus das umliegende Beet schützen, ist nicht belegt. Als Ersatz für mechanischen Schutz taugen sie deshalb nicht, als unempfindliche Randbepflanzung sehr wohl.
Kaiserkrone (Fritillaria imperialis):
Die Kaiserkrone ist die bekannteste dieser Pflanzen – und das Beispiel, an dem der Abstand zwischen Ruf und Beleg am deutlichsten wird. Ihre Zwiebel enthält schwefelhaltige Verbindungen mit einem fuchsähnlichen Geruch, und sie wird von Wühlmäusen kaum angerührt. Eine Untersuchung, die daraus eine Schutzwirkung für benachbarte Beete ableitet, gibt es dagegen nicht. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft formuliert es ungewohnt deutlich: „Anpflanzen von Kaiserkrone hilft eindeutig nicht“ – Knoblauch und Wolfsmilchgewächse als „Feindpflanzen“ stehen bei ihr unter den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung. Als robuste Randbepflanzung, die selbst verschont bleibt, ist sie trotzdem eine gute Wahl.
Wolfsmilch (Euphorbia):
Wolfsmilch enthält in ihrem Milchsaft Diterpene und andere toxische Verbindungen, die für Nagetiere schädlich sind. Auch sie wird deshalb kaum gefressen – ein Schutz für die Nachbarpflanzen entsteht daraus aber nicht. Vorteil: Wolfsmilch ist robust, mehrjährig und pflegeleicht. Nachteil: Die Pflanze ist auch für Menschen und Haustiere leicht giftig – Handschuhe beim Umgang verwenden.
Narzissen (Narcissus):
Narzissenzwiebeln enthalten Alkaloide (vor allem Lycorin), die für Nagetiere toxisch sind. Deshalb bleiben sie im Beet meist unversehrt, während Tulpen daneben angefressen werden – als Mischkultur-Partner für gefährdete Tulpen- und Dahlienbeete sind sie damit vor allem der unempfindlichere Zwiebelnachbar. Eine Abwehrzone für das ganze Beet bilden sie nicht.
Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica):
Schwarzwurzel gilt in manchen Regionen als traditionelles Mittel. Ihr intensiver Geruch soll Wühlmäuse abhalten. Systematische wissenschaftliche Belege fehlen, aber die Pflanze hat als ergänzendes Mittel eine lange Tradition in der Gärtnerpraxis.
Abwehrpflanzen und ihre Wirkung
- ✓ Kaiserkrone (Fritillaria imperialis)
Bleibt selbst verschont, ein Schutz fürs übrige Beet ist nicht belegt. Als Randbepflanzung sinnvoll, Zwiebeln im Herbst pflanzen.
- ✓ Wolfsmilch (Euphorbia)
Toxischer Milchsaft – wird kaum gefressen. Viele Arten wählbar, ersetzt aber keinen mechanischen Schutz.
- ✓ Narzissen (Narcissus)
Lycorin in den Zwiebeln ist für Nagetiere toxisch. Als Begleiter zu Tulpen und Dahlien der unempfindlichere Zwiebelnachbar.
- ✓ Schwarzwurzel (Scorzonera)
Traditionelle Methode, kaum wissenschaftliche Belege. Kann ergänzend eingesetzt werden, kein Hauptmittel.
- ✓ Knoblauch (Allium sativum)
Wird selbst kaum gefressen. Eine Abwehr fürs Beet ist weder als Pflanzung noch zerdrückt im Gang gesichert (LfL).
Mythos Ultraschall und Erdrakete
Zwei Methoden gehören zu den meistverkauften Produkten gegen Wühlmäuse – und gleichzeitig zu den am schlechtesten belegten: Ultraschallgeräte und die sogenannte „Erdrakete” (pneumatische Druckwelle in Gängen).
Ultraschall – warum er kaum wirkt:
Ultraschall breitet sich in Luft aus, im Boden dagegen kaum – er wird schon nach kurzer Strecke geschluckt. Die Landwirtschaftskammer NRW führt Ultraschallgeräte ausdrücklich unter den wirkungslosen Methoden, die LfL unter den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung.
Erdrakete – Druckwellen im Gangsystem:
Die Erdrakete wird in aktive Wühlmausgänge eingeführt und schießt Druckwellen durch das Gangsystem. Die Idee: Der Schreck soll die Tiere zum Verlassen des Bereichs bewegen. Für eine dauerhafte Wirkung gibt es keinen Beleg – sie fällt unter dieselbe Gruppe „Lärm und Erschütterung“, deren Wirkung die LfL als nicht gesichert einstuft. Ein Gangsystem, in dem die Schermaus ihr Futter findet, gibt sie nach einem Schreck nicht auf.
Die richtige Kombination
Die ehrlichste Antwort auf die Frage „Welches Hausmittel hilft am besten?” lautet: kein einzelnes Mittel, sondern die richtige Kombination – und zwar eine, die auf mechanischem Schutz aufbaut. Geruchsmittel bringen allenfalls einen kurzen Aufschub, Vibration nicht einmal das. Was trägt, sind Barrieren, die das Tier nicht durchbeißt, und – wo der Fraß weitergeht – die Falle.
Eine bewährte Kombinationsstrategie:
Geruchsmittel: Knoblauch (alle 5–7 Tage) und Holunder (alle 10–14 Tage) abwechselnd in aktive Gänge einbringen. Nach starkem Regen sofort erneuern.
Randbepflanzung: Kaiserkrone, Wolfsmilch und Narzissen als Dauerbestand an Beeträndern einpflanzen. Sie bleiben selbst verschont – eine Barriere für das Beet dahinter sind sie nicht.
Mechanischer Schutz: Besonders wertvolle Pflanzen (Tulpenzwiebeln, junge Obstbäume, Gemüserüben) in Pflanzenkörbe aus verzinktem Maschendraht (Maschenweite max. 13 mm) einpflanzen. Das ist der zuverlässigste Schutz einzelner Pflanzen.
Fallen: Geht der Fraß trotzdem weiter, gehört eine Schlagfalle in den aktiven Gang (Details unten).
Mehr Methoden und Strategien für den gesamten Garten erklärt der umfassende Ratgeber zu wirksamen Methoden gegen Mäuse.
Hausmittel im ehrlichen Vergleich
Hausmittel gegen Wühlmäuse – ehrlicher Vergleich
Knoblauch (frisch)
- Wirksamkeit
- Nicht gesichert – allenfalls kurz
- Wirkdauer
- Wenige Tage
- Kosten
- Sehr gering
- Ökologisch
- Ja
Holunderäste (frisch)
- Wirksamkeit
- Nicht gesichert – allenfalls kurz
- Wirkdauer
- Bis zum Austrocknen
- Kosten
- Sehr gering
- Ökologisch
- Ja
Kaiserkrone (Pflanze)
- Wirksamkeit
- Bleibt selbst verschont – kein Beetschutz belegt
- Wirkdauer
- Dauerhaft (Wachstum)
- Kosten
- Gering (einmalig)
- Ökologisch
- Ja
Wolfsmilch (Pflanze)
- Wirksamkeit
- Wird kaum gefressen – kein Beetschutz
- Wirkdauer
- Dauerhaft (Wachstum)
- Kosten
- Gering (einmalig)
- Ökologisch
- Ja*
Narzissen (Zwiebeln)
- Wirksamkeit
- Zwiebeln bleiben unversehrt
- Wirkdauer
- Dauerhaft (Wachstum)
- Kosten
- Gering (einmalig)
- Ökologisch
- Ja
Bodenvibratoren
- Wirksamkeit
- Wirkungslos
- Wirkdauer
- –
- Kosten
- Mittel
- Ökologisch
- Ja
Ultraschallgeräte
- Wirksamkeit
- Wirkungslos
- Wirkdauer
- –
- Kosten
- Mittel–hoch
- Ökologisch
- Ja
- Wirksamkeit
- Sehr hoch – Einzelschutz
- Wirkdauer
- Dauerhaft
- Kosten
- Mittel
- Ökologisch
- Ja
- Wirksamkeit
- Hoch – entfernt das Tier
- Wirkdauer
- Bis zum Fang
- Kosten
- Gering–mittel
- Ökologisch
- –
Kaffeesatz
- Wirksamkeit
- Sehr gering
- Wirkdauer
- 1–2 Tage
- Kosten
- Sehr gering
- Ökologisch
- Ja
Essig
- Wirksamkeit
- Sehr gering
- Wirkdauer
- Stunden
- Kosten
- Sehr gering
- Ökologisch
- Ja
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*Wolfsmilch: giftig für Menschen und Haustiere – mit Vorsicht verwenden.
Wenn Hausmittel nicht reichen
Hausmittel haben ihre Grenzen. Bei starkem Befall mit mehreren aktiven Gangsystemen, bei wiederholtem Rückfall nach Vergrämungsversuchen oder bei erheblichen Schäden an Obstbäumen und Gemüsebeeten müssen weitergehende Maßnahmen her.
Mechanischer Dauerschutz:
Der zuverlässigste Langzeitschutz ist mechanisch: Pflanzenkörbe und Wühlmausgitter aus verzinktem Stahldraht (Maschenweite maximal 13 mm). Diese Methode schützt zuverlässig einzelne Pflanzen und Beetbereiche – Wühlmäuse können den Draht nicht durchbeißen. Bei Neuanlage von Beeten das Gitter am Boden einlegen, bevor das Substrat eingefüllt wird.
Beim Schutz von Obstbäumen: Drahtmantel um den Wurzelbereich bei der Pflanzung einsetzen. Wurzelschutzgitter gibt es in zylindrischen Formen speziell für Bäume.
Schlagfallen – selbst aufstellen:
Die Schermaus ist nicht geschützt; Fallen dürfen Sie selbst in den Gang stellen. Bewährt sind Topcat-Fallen, die von beiden Seiten fangen, die Bayerische Drahtfalle und Kippbügelfallen. Laut LfL ist ein Köder unbedingt erforderlich – am besten ein Apfelschnitz mit der harten Schale nach vorn. Nach einem Fang die Falle in dasselbe Loch zurückstellen, bis keine Jungtiere mehr gefangen werden. Leimfallen sind tabu: Sie widersprechen dem Tierschutzrecht.
Lebendfallen:
Lebendfallen fangen das Tier unversehrt, müssen aber mehrmals täglich kontrolliert werden und sind bei starkem Befall arbeitsintensiv. Das Problem ist das Danach: Eine ausgesetzte Schermaus gräbt im nächsten Garten oder Feld weiter. Welche Bauart tatsächlich fängt – und warum es für diese Produktgruppe keinen geprüften Testsieger gibt – zeigt Beste Wühlmausfalle: Modelle im Vergleich.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist:
Wenn eigene Maßnahmen über 4–6 Wochen keine spürbare Verbesserung bringen, ist ein Schädlingsbekämpfer die richtige Wahl. Gift gegen die Schermaus ist im Hausgarten nur in Form zugelassener Pflanzenschutzmittel erlaubt: Fraßköder mit Zinkphosphid und Begasungsmittel mit Calciumcarbid. Beide kommen verdeckt in den geöffneten Gang, der danach wieder verschlossen wird – offenes Auslegen ist verboten, weil sonst vor allem Vögel den Köder fressen. Rattengift aus der Köderbox ist gegen Wühlmäuse nicht zugelassen.
Stufenplan: Von Hausmitteln zur professionellen Hilfe
- Stufe 1 – Mechanischer Schutz: Pflanzenkörbe und Gitter für wertvolle Pflanzen und Knollen
- Stufe 2 – Wer mag: Knoblauch und Holunder in aktive Gänge als kurzer Aufschub (Woche 1–3)
- Stufe 3 – Randbepflanzung: Kaiserkrone, Wolfsmilch und Narzissen bleiben selbst verschont
- Stufe 4 – Schlagfalle mit Apfelköder in den aktiven Gang, sobald der Fraß weitergeht
- Stufe 5 – Profi: Schädlingsbekämpfer bei erheblichem Schaden und ausbleibendem Erfolg nach 4–6 Wochen
Häufige Fragen
Hilft Knoblauch wirklich gegen Wühlmäuse?
Allenfalls kurzzeitig. Frisch zerdrückte Zehen im Gang riechen stark, und ein stechender Geruch kann eine Schermaus für kurze Zeit aus einem Gangabschnitt drängen. Eine dauerhafte Vertreibung ist nicht belegt: Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zählt Knoblauch zu den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung. Wer es versucht, legt alle 5–7 Tage nach – und schützt wertvolle Pflanzen trotzdem mit Drahtkörben.
Kann ich Holunderäste in Wühlmausgänge stecken?
Ja, schaden kann es nicht – aber erwarten Sie wenig. Holunder in den Gängen ist ein altes Gärtnermittel; die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft führt Holunderblätter in den Gängen unter den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung. Frisch geschnittene Äste nehmen, nach dem Austrocknen ersetzen und für einen anhaltenden Fraß auf Falle oder Drahtkorb umsteigen.
Sind Bodenvibratoren (Maulwurfschreck) wirksam gegen Wühlmäuse?
Nein. In Versuchen der Wirbeltierforschung ließ sich keine Wirkung nachweisen: Schermäuse reagieren nicht besonders empfindlich auf Schallwellen, und mit niederfrequenten Wellen unter 100 Hz gelang es weder, sie aus einem angelegten Gangsystem zu vertreiben, noch die Neubesiedlung einer Fläche zu verhindern. Die Landwirtschaftskammer NRW nennt Schallvibratoren wirkungslos – das Geld ist in Drahtkörben oder einer Falle besser angelegt.
Funktioniert Ultraschall gegen Wühlmäuse?
Nein. Ultraschall breitet sich im Boden kaum aus. Die Landwirtschaftskammer NRW führt Ultraschallgeräte ausdrücklich unter den wirkungslosen Methoden gegen Wühlmäuse, die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft unter den Maßnahmen mit nicht gesicherter Wirkung.
Welche Pflanzen schützen am zuverlässigsten vor Wühlmäusen?
Keine – und das ist die ehrliche Antwort. Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), Wolfsmilch (Euphorbia), Narzissen (Narcissus) und Knoblauch werden von Wühlmäusen zwar nur sehr selten gefressen, bleiben also selbst verschont. Eine Schutzwirkung für das umliegende Beet ist nicht belegt; die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft schreibt zur Kaiserkrone sogar: „hilft eindeutig nicht“. Setzen Sie sie als unempfindliche Randbepflanzung ein und schützen Sie wertvolle Zwiebeln zusätzlich mit Pflanzkörben.
Was tun bei starkem Wühlmausbefall, wenn Hausmittel nicht helfen?
Dann helfen Drahtkörbe für wertvolle Pflanzen und Schlagfallen im aktiven Gang – die Schermaus ist nicht geschützt, Fallen dürfen Sie selbst aufstellen; als Köder dient ein Apfelschnitz. Gift ist im Hausgarten nur als zugelassenes Pflanzenschutzmittel erlaubt (Zinkphosphid-Köder, Calciumcarbid), verdeckt im Gang; Rattengift aus der Köderbox ist gegen Wühlmäuse nicht zugelassen. Bei großem Schaden übernimmt das ein Schädlingsbekämpfer.
Alle in diesem Artikel beschriebenen Hausmittel dienen der legalen Vergrämung von Wühlmäusen. Maulwürfe sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt – Fangen und Töten sind verboten und als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld bewehrt. Die bloße Vergrämung bleibt zulässig. Stellen Sie vor jeder Maßnahme sicher, dass Sie es mit Wühlmäusen und nicht mit Maulwürfen zu tun haben. Bei erheblichen Schäden an Obstbäumen oder Gemüsebeeten empfiehlt sich die Hinzuziehung eines zertifizierten Schädlingsbekämpfers.
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