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Wohnschutz
Wühlmäuse → 16 Min. Lesezeit

Maulwurf oder Wühlmaus? Unterschiede erkennen und richtig handeln

Aufgeworfene Hügel im Garten – aber Maulwurf oder Wühlmaus? Wir erklären die Unterschiede, zeigen welche Schäden drohen und welche Methoden wirklich helfen.

Von Vyacheslav Levchenko
Wühlgänge und aufgeworfene Erdhügel im Garten – Schäden durch Maulwurf oder Wühlmaus

Ein Blick in den Garten, und der Rasen ist übersät mit aufgeworfenen Erdhügeln. Die erste Frage: Maulwurf oder Wühlmaus? Diese Unterscheidung ist entscheidend – denn sie bestimmt, was Sie tun dürfen und was nicht. Der Maulwurf ist besonders geschützt; wer ihn tötet oder fängt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Wühlmaus hingegen ist ein echter Gartenschädling, der gezielt bekämpft werden darf.

Verwechslungen sind häufig, denn beide Tiere graben unterirdische Gänge und hinterlassen sichtbare Erdhaufen. Doch ihre Lebensweise, ihre Nahrung und die entstehenden Schäden unterscheiden sich fundamental – und damit auch die richtigen Gegenmaßnahmen.

Inhalt · 8 Abschnitte
Maulwurf steht unter Naturschutz

Der Maulwurf ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine besonders geschützte Tierart. Fangen – auch mit der Lebendfalle –, Verletzen und Töten sind verboten und können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Erlaubt sind Vergrämen und Barrieren wie ein Maulwurfnetz unter dem Rasen. Wühlmäuse hingegen sind nicht geschützt und dürfen bekämpft werden.

Maulwurf oder Wühlmaus: so erkennen Sie den Unterschied

Der sicherste Weg zur Bestimmung: nicht das Tier selbst beobachten (das ist kaum möglich), sondern die Hügel und Gänge analysieren. Maulwürfe und Wühlmäuse hinterlassen charakteristisch unterschiedliche Spuren.

Europäischer Maulwurf (Talpa europaea) auf einem Erdhügel – rüsselförmige Schnauze, samtiges Fell, breite Grabschaufeln
Der Maulwurf: rüsselförmiger Riechkolben, samtig schwarzgraues Fell, keine sichtbaren Ohren und breite Grabschaufeln statt Vorderpfoten. Er ist besonders geschützt und darf nur vergrämt werden. Foto: Photograph by Michael David Hill, 2005. Original uploader was Mikiwikipikidikipedia at en.wikipedia · CC BY 2.5 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →
Schermaus (Arvicola terrestris) – Wühlmaus mit stumpfer Schnauze, sichtbaren Augen und Nagezähnen
Die Wühlmaus: stumpfe Schnauze, kleine Ohren, sichtbare Augen, kräftige Nagezähne. Der Maulwurf trägt dagegen einen rüsselförmigen Riechkolben, Grabschaufeln statt Vorderpfoten und hat keine sichtbaren Ohren. Foto: Marc Mortuaire · CC BY-SA 3.0 · via Wikimedia Commons Unsicher, welches Tier es ist? Im Bestimmer mit ähnlichen Arten vergleichen →

Der Maulwurfhügel ist das Markenzeichen des Maulwurfs: ein hoher, gleichmäßig halbkugelig geformter Erdhaufen ohne Pflanzenreste. Die Erde wird von unten nach oben gedrückt; die runde Gangöffnung liegt mittig unter dem Hügel, eine seitliche Öffnung gibt es nicht. Meist entstehen mehrere Hügel entlang des Gangverlaufs.

Der Wühlmaushügel sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, ist aber niedriger, flacher und unregelmäßiger geformt. Die Erde ist feiner und meist mit Pflanzenresten vermischt, und sie liegt seitlich neben der ovalen Gangöffnung. Wühlmausgänge verlaufen nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen meist in etwa 5 cm Tiefe, stellenweise bis zu 1 m – die Tiefe allein unterscheidet die beiden Tiere also nicht, denn auch der Maulwurf gräbt knapp unter der Oberfläche.

Vergleich Maulwurfhügel und Wühlmaushügel – symmetrischer Hügel vs. seitliches Einschubtunnel-Loch
Links: runder, symmetrischer Maulwurfhügel. Rechts: flacherer Wühlmaushügel mit seitlichem Eingang.

Das zuverlässigste Erkennungsmerkmal ist die Verwühlprobe: Ziehen Sie Handschuhe an und legen Sie einen Gang auf etwa 30 cm Länge frei. Die Wühlmaus verschließt die Öffnung meist innerhalb weniger Stunden oder über Nacht wieder. Der Maulwurf dagegen unterwühlt den geöffneten Abschnitt, statt ihn zu schließen – bleibt die Stelle offen, war es ein Maulwurf oder der Gang ist verlassen. Ein zweites Indiz ist der Querschnitt: Gänge der Schermaus sind hochoval, also höher als breit, und über 5 cm breit.

Maulwurf vs. Wühlmaus – direkter Vergleich

Merkmal Maulwurf Wühlmaus
Körpergröße 11–16 cm, samtschwarz, breite Grabschaufeln Schermaus 13–16,5 cm, meist dunkelbraun, stumpfe Schnauze, kleine Ohren
Nahrung Regenwürmer, Insektenlarven, Käfer – kein Pflanzenfraß Pflanzenwurzeln, Zwiebeln, Knollen, Rüben, Rinde
Gänge und Hügel Gänge knapp unter der Oberfläche bis 1 m tief; hohe, gleichmäßige Hügel ohne Pflanzenreste, Gang mündet mittig Gänge hochoval, über 5 cm breit, meist dicht unter der Oberfläche; niedrige, unregelmäßige Hügel mit Pflanzenresten, Öffnung seitlich
Schutzstatus Besonders geschützt (BNatSchG § 44) – Fangen und Töten verboten, Bußgeld bis 50.000 € Kein gesetzlicher Schutz – Bekämpfung mit zugelassenen Mitteln erlaubt
Schäden am Rasen Erdhügel stören Rasen optisch, aber keine Wurzelschäden Wurzelfraß, abgestorbene Rasenflächen, eingesunkene Gänge
Schäden im Beet Keine direkten Schäden – lockert Erde sogar auf Erhebliche Schäden: frisst Gemüsewurzeln, Zwiebeln, Knollen komplett weg
Aktivitätszeit Tag und Nacht aktiv, keine Winterruhe Ganzjährig aktiv, im Winter reduzierte Aktivität

Erkennungsmerkmale – Wühlmaus oder Maulwurf?

  • Hügel rund und symmetrisch, ohne seitliche Öffnung → Maulwurf
  • Hügel flach und asymmetrisch, seitliches Einschubloch sichtbar → Wühlmaus
  • Freigelegter Gang ist nach wenigen Stunden wieder verschlossen → Wühlmaus
  • Abgestorbene Pflanzen mit vollständig abgefressenen Wurzeln → Wühlmaus
  • Pflanzenstiel lässt sich mühelos aus der Erde ziehen (Wurzel fehlt) → Wühlmaus
  • Freigelegter Gang wird unterwühlt statt verschlossen → Maulwurf
  • Gangquerschnitt hochoval, über 5 cm breit → Wühlmaus
  • Erdhügel hoch und gleichmäßig, ohne Pflanzenreste → Maulwurf

Welche Schäden richtet wer an?

Die Unterscheidung zwischen den Schäden beider Tiere ist für die praktische Gartenarbeit zentral – denn die Schäden des Maulwurfs sind vor allem ästhetischer Natur, während die Wühlmaus echte wirtschaftliche Schäden anrichten kann.

Schäden durch den Maulwurf

Der Maulwurf ist ein reiner Insektenfresser. Wurzeln, Knollen und Pflanzenmaterial interessieren ihn nicht. Seine Schäden beschränken sich auf aufgeworfene Erdhügel, die den Rasen verunstalten und beim Mähen stören, sowie auf gelegentlich durchwühlte Rasenflächen. Indirekt kann der Maulwurf Pflanzenwurzeln freilegen oder beim Graben beschädigen – das ist aber Beikollateralschaden, keine gezielte Nahrungssuche.

Tatsächlich ist der Maulwurf in vielerlei Hinsicht nützlich: Er frisst Engerlige (Larven des Maikäfers), die echte Rasenschädlinge sind, sowie Schnecken, Regenwurmkonkurrenten und bodenschädliche Insektenlarven. Die aufgelockerte Erde verbessert die Bodenstruktur. Für Gartenbesitzer mit Blick auf das Ökosystem überwiegt der Nutzen des Maulwurfs den ästhetischen Schaden deutlich.

Schäden durch die Wühlmaus

Die Schermaus (Arvicola terrestris), die häufigste im deutschen Garten anzutreffende Wühlmausart, kann erhebliche Schäden verursachen. Sie frisst bevorzugt:

  • Wurzeln und Knollen von Gemüse: Karotten, Rote Bete, Sellerie, Pastinaken
  • Zwiebelgewächse: Tulpen, Narzissen, Lilien, Hyazinthen
  • Obstbaumwurzeln: besonders junge Apfel- und Birnbäume
  • Strauchbasis: Rosen, Beerensträucher, Heckenpflanzen
  • Erdbeerpflanzen und Spargel

Typisches Schadensbild: Eine Pflanze, die plötzlich welkt ohne sichtbare Ursache. Beim vorsichtigen Ziehen am Stängel lässt sie sich mühelos herausziehen – die Wurzel wurde vollständig abgefressen. Im Herbst und Winter lagert die Wühlmaus Vorräte in ihren Gängen ein; ein einziger Wintervorrat kann mehrere Kilogramm Zwiebeln und Wurzeln umfassen.

Ähnlich wie Schnecken im Garten befällt die Wühlmaus bevorzugt gut gedüngte, lockere Böden mit reichhaltigem Nahrungsangebot – also genau den gut gepflegten Gemüsegarten.

In manchen Jahren ist das Angebot an Engerlingen ungewöhnlich groß, weil der Maikäfer regional im Massenflug auftritt — im hessisch-niedersächsischen Raum in festen Zyklen. Was das für den Rasen bedeutet und wann der nächste Flug ansteht, steht in Maikäferflug in Hessen und Niedersachsen.

Maulwurf vertreiben – erlaubte Methoden

Beim Maulwurf bleibt nur das Vergrämen: Fangen – auch mit der Lebendfalle –, Verletzen und Töten sind verboten, Gift, Gas und das Fluten der Gänge ebenso. Gegen Hügel im Rasen hilft verlässlich nur ein Maulwurfnetz knapp unter der Grasnarbe – der Maulwurf gräbt weiter, wirft aber keine Erde mehr auf. Bei Schallgeräten widersprechen sich die wenigen Untersuchungen, bei Hausmitteln fehlt ein Wirkungsnachweis. Welche Mittel erlaubt sind und was sie leisten, vergleicht der Ratgeber Maulwurf vertreiben: Was erlaubt ist.

Wühlmaus bekämpfen – wo Sie tiefergehende Anleitungen finden

Die Wühlmaus ist nach BNatSchG nicht besonders geschützt und darf mit zugelassenen Mitteln bekämpft werden – im Gegensatz zum Maulwurf, dessen Tötung mit Bußgeldern bis 50.000 € geahndet wird. Korrekte Identifikation (siehe oben) ist also die rechtliche Voraussetzung jeder Bekämpfung.

Für die konkrete Umsetzung verweisen wir auf drei spezialisierte Ratgeber, statt das Thema hier zu wiederholen:

Hochbeet und Gemüsegarten schützen

Der wirksamste Schutz vor Wühlmäusen ist mechanisch: engmaschiges Drahtgeflecht, das eine physische Barriere bildet, die kein Tier überwinden kann.

Drahtgitter unter Hochbeet als Schutz vor Wühlmäusen – Installation im Garten
Engmaschiges Drahtgitter (Maschenweite max. 13 mm) unter dem Hochbeet ist der zuverlässigste Schutz gegen Wühlmäuse.

Kernprinzip: engmaschiges verzinktes Drahtgeflecht (Maschenweite max. 13 mm, besser 10 mm) bildet eine physische Barriere, die kein Tier überwinden kann. Drei Anwendungsfälle:

  • Hochbeet: Geflecht beim Bau am Boden einlegen, Seiten 10–15 cm hochziehen, am Rahmen befestigen. Substrat erst danach einfüllen.
  • Einzelne Pflanzen: fertige Drahtkörbe für Tulpenzwiebeln, Spargel, Artischocken – Wurzeln wachsen durch das Geflecht, Wühlmaus bleibt draußen.
  • Eingelassene Beete: Grabendraht (40–50 cm Tiefe) an der Beetgrenze oder vollflächiges Bodengitter darunter.

Junge Obstbäume sind besonders gefährdet – Wurzelfraß bleibt oft unsichtbar, bis der Baum im Frühjahr nicht austreibt. Beim Pflanzen einen Wurzelkorb aus verzinktem Stahl setzen, bestehende Bäume mit Drahtmantel und Stammschutz sichern. Detail-Anleitung: Wühlmaus am Obstbaum: Schutz für Wurzeln und Stamm.

Wann kommt der Kammerjäger?

In den meisten Fällen lässt sich sowohl die Maulwurf-Vergrämung als auch die Wühlmausbekämpfung in Eigenregie erfolgreich durchführen. Professionelle Hilfe ist dann sinnvoll, wenn:

  • Der Befall sehr großflächig ist (mehr als 200–300 m²) und eigene Maßnahmen über 4–6 Wochen keine erkennbare Wirkung zeigen
  • Wertvolle Obstbaumbestände, Sonderkulturen oder große Gemüsegärten mit erheblichen Fraßschäden bedroht sind
  • Sie unsicher sind, ob es sich um Maulwurf oder Wühlmaus handelt, und keine Straftat riskieren wollen
  • Mehrere Tiere aktiv sind und schnelle Dezimierung nötig ist

Was macht ein Kammerjäger?

Schädlingsbekämpfer können den Befall systematisch kartieren, aktive Gänge identifizieren und Schlagfallen professionell setzen. Sie haben Zugang zu zugelassenen Rodentiziden, die für Privatpersonen nicht frei erhältlich sind. Der Einsatz eines Kammerjägers ist bei Maulwürfen darauf beschränkt, Vergrämungsmaßnahmen zu intensivieren oder zu beraten – Töten oder Fangen ist auch für Fachbetriebe ohne behördliche Ausnahmegenehmigung verboten.

Ähnlich wie bei einem starken Mäusebefall im Haus lohnt sich professionelle Hilfe vor allem dann, wenn es sich um einen anhaltenden, strukturellen Befall handelt, der über normale Gartenpflege hinausgeht.

Die Kosten für einen Kammerjäger-Einsatz gegen Wühlmäuse bewegen sich je nach Aufwand zwischen 80 und 300 Euro. Bei größeren Flächen oder Pauschalverträgen mit mehrmaligem Einsatz können die Kosten höher liegen. Im Vergleich zu einem vernichteten Obstbaumbestand oder mehrjährig zerstörten Gemüsebeeten ist das in der Regel eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.

Maulwurf und Wühlmaus: Biologie, Schutzrecht und Schadensdaten

Die rechtliche Unterscheidung zwischen Maulwurf und Wühlmaus ist in Deutschland keine Frage des persönlichen Ermessens — sie ist gesetzlich festgelegt und mit erheblichen Bußgeldern verbunden.

Schutzstatus des Maulwurfs: Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine besonders geschützte Art – er fällt unter die Pauschalregel der Anlage 1 BArtSchV, ohne dort namentlich zu stehen. Streng geschützt im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 14 BNatSchG ist er nicht; § 71 BNatSchG (Straftat) greift bei ihm deshalb nicht – strafbar wird es erst bei gewerbs- oder gewohnheitsmäßigem Handeln (§ 71a BNatSchG) oder beim Töten ohne vernünftigen Grund (§ 17 TierSchG). Fangen, Verletzen, Töten und die Beschädigung von Fortpflanzungsstätten sind verboten; das Störungsverbot gilt nur für streng geschützte Arten, deshalb ist Vergrämen erlaubt. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Wichtig für die Gartenpraxis: Der Maulwurf frisst ausschließlich Regenwürmer, Insekten und Larven — er frisst keine Pflanzenwurzeln, Zwiebeln oder Knollen. Schäden an Pflanzen durch den Maulwurf sind immer indirekt und zufällig, nie Nahrungssuche.

Wühlmausarten und Schadensausmaß: In deutschen Gärten kommen vor allem zwei Wühlmausarten vor: die Feldmaus (Microtus arvalis) und die Schermaus (Arvicola amphibius), auch Wasserratte genannt. Beide Arten sind nicht geschützt und dürfen bekämpft werden. Der zweite Name führt allerdings regelmäßig in die Irre: Mit einer Ratte hat die Schermaus nichts zu tun — woran Sie beide auseinanderhalten, steht in Wühlmäuse im Garten. Die Vermehrungsrate der Schermaus beträgt nach Angaben der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mindestens 1 : 10 im Jahr – aus einem Tier werden also zehn und mehr, weshalb sich frühes Handeln lohnt.

Gift und Gas beim Maulwurf: Köder, Gaspatronen oder Karbid in Maulwurfgängen zielen auf ein totes Tier – genau das verbietet § 44 BNatSchG. Legal ist beim Maulwurf allein das Vergrämen, und auch dafür fehlt meist ein Wirkungsnachweis; was die wenigen Untersuchungen zu Schallgeräten zeigen, steht im Vergleich der erlaubten Mittel.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich einen Maulwurfhügel von einem Wühlmaushügel?

Maulwurfhügel sind hoch, gleichmäßig geformt und ohne Pflanzenreste; der Gang mündet mittig darunter. Wühlmaushügel sind niedriger und unregelmäßiger, die Erde ist feiner und meist mit Pflanzenresten vermischt, die Öffnung liegt seitlich. Sicher wird es mit der Verwühlprobe: Legen Sie einen Gang auf etwa 30 cm frei. Ist die Öffnung nach wenigen Stunden wieder verschlossen, wohnt dort eine Wühlmaus; ein Maulwurf unterwühlt die Stelle, statt sie zu schließen.

Darf ich einen Maulwurf fangen oder töten?

Nein. Der Maulwurf ist besonders geschützt (Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung, Verbote in § 44 BNatSchG). Fangen – auch mit einer Lebendfalle –, Verletzen und Töten sind verboten, ebenso das Zerstören seines Nests; der Bußgeldrahmen liegt bei 50.000 Euro. Erlaubt ist, ihn zu vergrämen, die Hügel einzuebnen und Beete mit einer eingegrabenen Sperre zu schützen.

Wie schütze ich meinen Gemüsegarten vor Wühlmäusen?

Der zuverlässigste Schutz sind engmaschige Drahtkörbe und Gitter aus verzinktem Stahl (Maschenweite max. 13 mm) unter und seitlich um Pflanzbeete. Beim Hochbeet das Gitter am Boden einlegen, bevor das Substrat eingefüllt wird. Kaiserkrone und Wolfsmilch an den Beeträndern werden zwar selbst kaum gefressen, schützen die Beete daneben aber nicht nachweislich.

Welche Pflanzen vertreiben Wühlmäuse?

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), Wolfsmilch (Euphorbia), Schwarzwurzel und Knoblauch enthalten starke oder giftige Inhaltsstoffe und werden deshalb kaum gefressen – im Beet bleiben sie selbst verschont. Eine Schutzwirkung für die Nachbarpflanzen ist dagegen nicht belegt; in Versuchen der Wirbeltierforschung gelten sie als ungeeignet zur Wühlmausabwehr. Den mechanischen Schutz ersetzen sie also nicht, sie sind lediglich die unempfindlichere Randbepflanzung.

Wann sollte man einen Kammerjäger rufen?

Bei massivem, großflächigem Befall – mehr als 200–300 m² aktiver Gänge – oder wenn eigene Maßnahmen über 4–6 Wochen keine Wirkung zeigen, lohnt sich professionelle Hilfe. Kammerjäger können den Befall systematisch kartieren, professionell Fallen setzen und bei Wühlmäusen zugelassene Rodentizide einsetzen. Kosten: je nach Aufwand 80 bis 300 Euro.

Maulwurf darf nicht gefangen oder getötet werden

Der Maulwurf ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Wer einen Maulwurf fängt, tötet, erheblich stört oder seine Gänge mutwillig zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld kann bis zu 50.000 Euro betragen. Erlaubt ist ausschließlich die Vergrämung durch Ultraschall, Gerüche und Vibrationen. Nur Wühlmäuse dürfen mit zugelassenen Fallen und Mitteln bekämpft werden.

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