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Wohnschutz
Wühlmäuse → 17 Min. Lesezeit

Maulwurf oder Wühlmaus? Unterschiede erkennen und richtig handeln

Aufgeworfene Hügel im Garten – aber Maulwurf oder Wühlmaus? Wir erklären die Unterschiede, zeigen welche Schäden drohen und welche Methoden wirklich helfen.

Von Vyacheslav Levchenko
Wühlgänge und aufgeworfene Erdhügel im Garten – Schäden durch Maulwurf oder Wühlmaus

Ein Blick in den Garten, und der Rasen ist übersät mit aufgeworfenen Erdhügeln. Die erste Frage: Maulwurf oder Wühlmaus? Diese Unterscheidung ist entscheidend – denn sie bestimmt, was Sie tun dürfen und was nicht. Der Maulwurf ist besonders geschützt; wer ihn tötet oder fängt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Die Wühlmaus hingegen ist ein echter Gartenschädling, der gezielt bekämpft werden darf.

Verwechslungen sind häufig, denn beide Tiere graben unterirdische Gänge und hinterlassen sichtbare Erdhaufen. Doch ihre Lebensweise, ihre Nahrung und die entstehenden Schäden unterscheiden sich fundamental – und damit auch die richtigen Gegenmaßnahmen.

Inhalt · 8 Abschnitte

Maulwurf steht unter Naturschutz

Der Maulwurf ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine besonders geschützte Tierart. Fangen, Töten oder erhebliches Stören ist verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Nur der Einsatz von Vergrämungsmitteln ist legal. Wühlmäuse hingegen sind nicht geschützt und dürfen bekämpft werden.

Maulwurf oder Wühlmaus: so erkennen Sie den Unterschied

Der sicherste Weg zur Bestimmung: nicht das Tier selbst beobachten (das ist kaum möglich), sondern die Hügel und Gänge analysieren. Maulwürfe und Wühlmäuse hinterlassen charakteristisch unterschiedliche Spuren.

Der Maulwurfhügel ist das Markenzeichen des Maulwurfs: ein runder, symmetrischer Erdhaufen mit loser, fein gemahlener Erde. Die Erde wird senkrecht aus der Tiefe nach oben gedrückt, weshalb der Hügel keine seitliche Öffnung hat – der Eingang liegt direkt unter dem Hügel. Maulwurfhügel entstehen meist in Reihen oder unregelmäßig verteilt, je nach Verlauf der tiefen Hauptgänge. Die Oberfläche der Erde ist oft sehr fein und krümelig, da der Maulwurf sie zerreibt, bevor er sie nach oben drückt.

Der Wühlmaushügel sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, hat aber entscheidende Unterschiede: Er ist flacher und asymmetrischer, und an der Seite ist oft ein seitlich geöffnetes Loch erkennbar – der Eingang zum Gangsystem. Die aufgeworfene Erde ist weniger fein und enthält manchmal grobe Erdklumpen oder Wurzelreste. Wühlmausgänge verlaufen deutlich flacher – meist nur 5 bis 20 cm unter der Erdoberfläche, was das sogenannte „Stollennetz” sichtbar macht: Strecken, auf denen sich der Boden leicht eingedrückt anfühlt oder bereits eingesunken ist.

Vergleich Maulwurfhügel und Wühlmaushügel – symmetrischer Hügel vs. seitliches Einschubtunnel-Loch
Links: runder, symmetrischer Maulwurfhügel. Rechts: flacherer Wühlmaushügel mit seitlichem Eingang.

Ein weiteres zuverlässiges Erkennungsmerkmal ist der Drucktest: Drücken Sie einen frisch angelegten flachen Gang mit dem Fuß ein. Beim Maulwurf wird der eingedrückte Abschnitt innerhalb weniger Stunden repariert – er braucht seine Gänge als Jagdgebiet. Die Wühlmaus hingegen meidet beschädigte Gänge oft und legt neue an.

Maulwurf vs. Wühlmaus – direkter Vergleich

Merkmal Maulwurf Wühlmaus
Körpergröße 12–18 cm, samtschwarz, breite Grabschaufeln 8–12 cm, graubraun, Nagetierkopf mit orange-gelben Zähnen
Nahrung Regenwürmer, Insektenlarven, Käfer – kein Pflanzenfraß Pflanzenwurzeln, Zwiebeln, Knollen, Rüben, Rinde
Gangsystem Tiefe Hauptgänge (30–80 cm), senkrechte Schächte, runde Hügel ohne Seitenöffnung Flache Gänge (5–20 cm), asymmetrische Hügel mit seitlichem Eingang
Schutzstatus Streng geschützt nach BNatSchG §44 – Fangen und Töten verboten, Bußgeld bis 50.000 € Kein gesetzlicher Schutz – Bekämpfung mit zugelassenen Mitteln erlaubt
Schäden am Rasen Erdhügel stören Rasen optisch, aber keine Wurzelschäden Wurzelfraß, abgestorbene Rasenflächen, eingesunkene Gänge
Schäden im Beet Keine direkten Schäden – lockert Erde sogar auf Erhebliche Schäden: frisst Gemüsewurzeln, Zwiebeln, Knollen komplett weg
Aktivitätszeit Tag und Nacht aktiv, keine Winterruhe Ganzjährig aktiv, im Winter reduzierte Aktivität

Erkennungsmerkmale – Wühlmaus oder Maulwurf?

  • Hügel rund und symmetrisch, ohne seitliche Öffnung → Maulwurf
  • Hügel flach und asymmetrisch, seitliches Einschubloch sichtbar → Wühlmaus
  • Eingedrückter Gang wird innerhalb von Stunden repariert → Maulwurf
  • Abgestorbene Pflanzen mit vollständig abgefressenen Wurzeln → Wühlmaus
  • Pflanzenstiel lässt sich mühelos aus der Erde ziehen (Wurzel fehlt) → Wühlmaus
  • Gänge tief (30–80 cm), keine flachen Stollenspuren → Maulwurf
  • Gänge flach, Bodenoberfläche leicht eingesunken oder wellig → Wühlmaus
  • Erdhügel sehr feinkörnig ohne Pflanzenmaterial → Maulwurf

Welche Schäden richtet wer an?

Die Unterscheidung zwischen den Schäden beider Tiere ist für die praktische Gartenarbeit zentral – denn die Schäden des Maulwurfs sind vor allem ästhetischer Natur, während die Wühlmaus echte wirtschaftliche Schäden anrichten kann.

Schäden durch den Maulwurf

Der Maulwurf ist ein reiner Insektenfresser. Wurzeln, Knollen und Pflanzenmaterial interessieren ihn nicht. Seine Schäden beschränken sich auf aufgeworfene Erdhügel, die den Rasen verunstalten und beim Mähen stören, sowie auf gelegentlich durchwühlte Rasenflächen. Indirekt kann der Maulwurf Pflanzenwurzeln freilegen oder beim Graben beschädigen – das ist aber Beikollateralschaden, keine gezielte Nahrungssuche.

Tatsächlich ist der Maulwurf in vielerlei Hinsicht nützlich: Er frisst Engerlige (Larven des Maikäfers), die echte Rasenschädlinge sind, sowie Schnecken, Regenwurmkonkurrenten und bodenschädliche Insektenlarven. Die aufgelockerte Erde verbessert die Bodenstruktur. Für Gartenbesitzer mit Blick auf das Ökosystem überwiegt der Nutzen des Maulwurfs den ästhetischen Schaden deutlich.

Schäden durch die Wühlmaus

Die Schermaus (Arvicola terrestris), die häufigste im deutschen Garten anzutreffende Wühlmausart, kann erhebliche Schäden verursachen. Sie frisst bevorzugt:

  • Wurzeln und Knollen von Gemüse: Karotten, Rote Bete, Sellerie, Pastinaken
  • Zwiebelgewächse: Tulpen, Narzissen, Lilien, Hyazinthen
  • Obstbaumwurzeln: besonders junge Apfel- und Birnbäume
  • Strauchbasis: Rosen, Beerensträucher, Heckenpflanzen
  • Erdbeerpflanzen und Spargel

Typisches Schadensbild: Eine Pflanze, die plötzlich welkt ohne sichtbare Ursache. Beim vorsichtigen Ziehen am Stängel lässt sie sich mühelos herausziehen – die Wurzel wurde vollständig abgefressen. Im Herbst und Winter lagert die Wühlmaus Vorräte in ihren Gängen ein; ein einziger Wintervorrat kann mehrere Kilogramm Zwiebeln und Wurzeln umfassen.

Ähnlich wie Schnecken im Garten befällt die Wühlmaus bevorzugt gut gedüngte, lockere Böden mit reichhaltigem Nahrungsangebot – also genau den gut gepflegten Gemüsegarten.

Maulwurf vertreiben – erlaubte Methoden

Da der Maulwurf gesetzlich geschützt ist, bleibt nur die Vergrämung – das Verscheuchen ohne Schaden. Effektive Vergrämung nutzt die hohe Empfindlichkeit des Maulwurfs gegenüber Erschütterungen, ungewohnten Gerüchen und Lärm.

Ultraschall-Erdspieße (Bodenvibratoren)

Am häufigsten eingesetzt werden Erdspieße, die regelmäßige Ultraschallimpulse oder Vibrationsstöße in den Boden abgeben. Maulwürfe orientieren sich unterirdisch stark über Vibrationswahrnehmung – störende Impulse machen ein Gebiet für sie unattraktiv. Ein belastbarer Wirksamkeitsnachweis fehlt allerdings: In Untersuchungen gewöhnen sich die Tiere an gleichförmige Impulse, und der Schall breitet sich im Boden nur begrenzt aus. Erwarten Sie also keine Dauerlösung. Wichtige Hinweise zur Anwendung:

  • Pro 200–300 m² mindestens ein Gerät einsetzen; bei größeren Flächen mehrere Geräte
  • Batterien regelmäßig wechseln – nachlassende Energie vermindert die Reichweite erheblich
  • Alle 2–3 Wochen Position wechseln, damit sich die Tiere nicht an das Muster gewöhnen
  • Solarbetriebene Modelle funktionieren nur bei ausreichend Sonnenlicht

Gerüchsbasierte Vergrämung

Maulwürfe reagieren empfindlich auf intensive Gerüche in ihren Gängen:

  • Pflanzenjauche aus Knoblauch, Zwiebeln oder Baldrian: In offene Gänge gießen oder in Lumpen tränken und in den Eingang stopfen
  • Buttersäure: Sehr intensiver Geruch – tropfenweise in Gänge geben. Nur mit Handschuhen verwenden; der Geruch ist auch für Menschen extrem unangenehm
  • Kommerzielle Wühlmaus-Vertreiber auf Pflanzenbasis: Im Handel als Granulat oder Sticks erhältlich

Windräder und Glasflaschen

Einfache Windräder aus Metall in den Boden gesteckt übertragen Windvibrationen in den Untergrund und stören den Maulwurf. Ähnliches gilt für halb eingegrabene, leere Glasflaschen, die im Wind summen. Diese Methoden sind kostengünstig und funktionieren auf kleineren Flächen überraschend gut – auf größeren Rasenflächen reichen sie meist nicht aus.

Was nicht erlaubt ist:

Das Einbringen von Gas (Autoabgase, Karbid), das Fluten der Gänge mit dem Ziel des Ertrinkens, das Aufstellen von Schlagfallen sowie der Einsatz von Giftstoffen ist beim Maulwurf illegal und strafbar. Auch das Kaufen von Lebendfallen und anschließende Ertränken der gefangenen Tiere ist eine Straftat nach BNatSchG.

Wühlmaus bekämpfen – wo Sie tiefergehende Anleitungen finden

Die Wühlmaus ist nach BNatSchG nicht besonders geschützt und darf mit zugelassenen Mitteln bekämpft werden – im Gegensatz zum Maulwurf, dessen Tötung mit Bußgeldern bis 50.000 € geahndet wird. Korrekte Identifikation (siehe oben) ist also die rechtliche Voraussetzung jeder Bekämpfung.

Für die konkrete Umsetzung verweisen wir auf drei spezialisierte Ratgeber, statt das Thema hier zu wiederholen:

Hochbeet und Gemüsegarten schützen

Der wirksamste Schutz vor Wühlmäusen ist mechanisch: engmaschiges Drahtgeflecht, das eine physische Barriere bildet, die kein Tier überwinden kann.

Drahtgitter unter Hochbeet als Schutz vor Wühlmäusen – Installation im Garten
Engmaschiges Drahtgitter (Maschenweite max. 13 mm) unter dem Hochbeet ist der zuverlässigste Schutz gegen Wühlmäuse.

Kernprinzip: engmaschiges verzinktes Drahtgeflecht (Maschenweite max. 13 mm, besser 10 mm) bildet eine physische Barriere, die kein Tier überwinden kann. Drei Anwendungsfälle:

  • Hochbeet: Geflecht beim Bau am Boden einlegen, Seiten 10–15 cm hochziehen, am Rahmen befestigen. Substrat erst danach einfüllen.
  • Einzelne Pflanzen: fertige Drahtkörbe für Tulpenzwiebeln, Spargel, Artischocken – Wurzeln wachsen durch das Geflecht, Wühlmaus bleibt draußen.
  • Eingelassene Beete: Grabendraht (40–50 cm Tiefe) an der Beetgrenze oder vollflächiges Bodengitter darunter.

Junge Obstbäume sind besonders gefährdet – Wurzelfraß bleibt oft unsichtbar, bis der Baum im Frühjahr nicht austreibt. Beim Pflanzen einen Wurzelkorb aus verzinktem Stahl setzen, bestehende Bäume mit Drahtmantel und Stammschutz sichern. Detail-Anleitung: Wühlmaus am Obstbaum: Schutz für Wurzeln und Stamm.

Wann kommt der Kammerjäger?

In den meisten Fällen lässt sich sowohl die Maulwurf-Vergrämung als auch die Wühlmausbekämpfung in Eigenregie erfolgreich durchführen. Professionelle Hilfe ist dann sinnvoll, wenn:

  • Der Befall sehr großflächig ist (mehr als 200–300 m²) und eigene Maßnahmen über 4–6 Wochen keine erkennbare Wirkung zeigen
  • Wertvolle Obstbaumbestände, Sonderkulturen oder große Gemüsegärten mit erheblichen Fraßschäden bedroht sind
  • Sie unsicher sind, ob es sich um Maulwurf oder Wühlmaus handelt, und keine Straftat riskieren wollen
  • Mehrere Tiere aktiv sind und schnelle Dezimierung nötig ist

Was macht ein Kammerjäger?

Schädlingsbekämpfer können den Befall systematisch kartieren, aktive Gänge identifizieren und Schlagfallen professionell setzen. Sie haben Zugang zu zugelassenen Rodentiziden, die für Privatpersonen nicht frei erhältlich sind. Der Einsatz eines Kammerjägers ist bei Maulwürfen darauf beschränkt, Vergrämungsmaßnahmen zu intensivieren oder zu beraten – Töten oder Fangen ist auch für Fachbetriebe ohne behördliche Ausnahmegenehmigung verboten.

Ähnlich wie bei einem starken Mäusebefall im Haus lohnt sich professionelle Hilfe vor allem dann, wenn es sich um einen anhaltenden, strukturellen Befall handelt, der über normale Gartenpflege hinausgeht.

Die Kosten für einen Kammerjäger-Einsatz gegen Wühlmäuse bewegen sich je nach Aufwand zwischen 80 und 300 Euro. Bei größeren Flächen oder Pauschalverträgen mit mehrmaligem Einsatz können die Kosten höher liegen. Im Vergleich zu einem vernichteten Obstbaumbestand oder mehrjährig zerstörten Gemüsebeeten ist das in der Regel eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.

Maulwurf und Wühlmaus: Biologie, Schutzrecht und Schadensdaten

Die rechtliche Unterscheidung zwischen Maulwurf und Wühlmaus ist in Deutschland keine Frage des persönlichen Ermessens — sie ist gesetzlich festgelegt und mit erheblichen Bußgeldern verbunden.

Schutzstatus des Maulwurfs: Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) eine besonders geschützte Art – er fällt unter die Pauschalregel der Anlage 1 BArtSchV, ohne dort namentlich zu stehen. Streng geschützt im Sinne des § 7 Absatz 2 Nummer 14 BNatSchG ist er nicht; § 71 BNatSchG (Straftat) greift bei ihm deshalb nicht. Fangen, Töten, erhebliches Stören oder die Beschädigung von Fortpflanzungsstätten ist verboten und kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Wichtig für die Gartenpraxis: Der Maulwurf frisst ausschließlich Regenwürmer, Insekten und Larven — er frisst keine Pflanzenwurzeln, Zwiebeln oder Knollen. Schäden an Pflanzen durch den Maulwurf sind immer indirekt und zufällig, nie Nahrungssuche.

Wühlmausarten und Schadensausmaß: In deutschen Gärten kommen vor allem zwei Wühlmausarten vor: die Feldmaus (Microtus arvalis) und die Schermaus (Arvicola amphibius), auch Wasserratte genannt. Beide Arten sind nicht geschützt und dürfen bekämpft werden. Der zweite Name führt allerdings regelmäßig in die Irre: Mit einer Ratte hat die Schermaus nichts zu tun — woran Sie beide auseinanderhalten, steht in Wühlmäuse im Garten. In sogenannten Mastjahren — nach besonders reicher Bucheckern- oder Eichelernte — explodieren Wühlmaus-Populationen auf bis zu 500–2.000 Tiere pro Hektar. Der volkswirtschaftliche Schaden in der Landwirtschaft durch Wühlmäuse wird auf bis zu 30 % Wiesenverlust in Mastjahren geschätzt (LfL Bayern).

Rechtlicher Rahmen für Rodentizide: Für die Bekämpfung von Feldmäusen sind nur PT14-zugelassene Biozidprodukte erlaubt — die Zulassung nach Produktart 14 (Rodentizide) ist Pflicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt klar, dass handelsübliche Maulwurf-Vergällungsmittel (Karbid-Präparate, Räucherstäbchen) keine nachgewiesene Wirksamkeit gegen Maulwürfe haben — weder zur Vertreibung noch zur Bekämpfung. Legal ist beim Maulwurf damit allein der Vergrämungsversuch – Fangen und Töten sind verboten. Einen Wirksamkeitsnachweis hat aber auch er nicht: Was das BfR über Karbid und Räucherstäbchen sagt, gilt für duftbasierte Mittel insgesamt.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich einen Maulwurfhügel von einem Wühlmaushügel?

Maulwurfhügel sind rund, symmetrisch und aufgeworfen, mit loser, fein gemahlener Erde – kein seitliches Loch sichtbar, da der Eingang direkt unter dem Hügel liegt. Wühlmaushügel sind flacher, unregelmäßiger geformt und haben oft ein seitlich geöffnetes Einschubloch. Der Drucktest hilft zusätzlich: Eingedrückte Maulwurfgänge werden innerhalb weniger Stunden repariert; Wühlmäuse legen neue Gänge an.

Darf ich einen Maulwurf fangen oder töten?

Nein. Der Maulwurf ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Fangen, Töten, erhebliches Stören oder die Zerstörung von Gängen ist verboten und kann mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Erlaubt sind nur Vergrämungsmethoden wie Ultraschall-Erdspieße, Gerüche oder Windgeräusche, die den Maulwurf aus dem Bereich verscheuchen.

Welche Methode vertreibt Maulwürfe am zuverlässigsten?

Eine Methode mit belegter Dauerwirkung gibt es nicht. Ultraschall- und Vibrations-Erdspieße werden am häufigsten eingesetzt, weil Maulwürfe sich unterirdisch stark über Bodenschwingungen orientieren – kontrollierte Untersuchungen zeigen jedoch keine zuverlässige Dauerwirkung, weil die Tiere sich an gleichförmige Impulse gewöhnen. Wer es versucht: mehrere Geräte pro Fläche, Batterien regelmäßig wechseln, alle 2–3 Wochen die Position verändern. Am ehesten hilft Geduld – ein Revier ohne Nahrung gibt der Maulwurf von selbst auf.

Wie schütze ich meinen Gemüsegarten vor Wühlmäusen?

Der zuverlässigste Schutz sind engmaschige Drahtkörbe und Gitter aus verzinktem Stahl (Maschenweite max. 13 mm) unter und seitlich um Pflanzbeete. Beim Hochbeet das Gitter am Boden einlegen, bevor das Substrat eingefüllt wird. Kaiserkrone und Wolfsmilch an den Beeträndern werden zwar selbst kaum gefressen, schützen die Beete daneben aber nicht nachweislich.

Welche Pflanzen vertreiben Wühlmäuse?

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), Wolfsmilch (Euphorbia), Schwarzwurzel und Knoblauch enthalten starke oder giftige Inhaltsstoffe und werden deshalb kaum gefressen – im Beet bleiben sie selbst verschont. Eine Schutzwirkung für die Nachbarpflanzen ist dagegen nicht belegt; in Versuchen der Wirbeltierforschung gelten sie als ungeeignet zur Wühlmausabwehr. Den mechanischen Schutz ersetzen sie also nicht, sie sind lediglich die unempfindlichere Randbepflanzung.

Wann sollte man einen Kammerjäger rufen?

Bei massivem, großflächigem Befall – mehr als 200–300 m² aktiver Gänge – oder wenn eigene Maßnahmen über 4–6 Wochen keine Wirkung zeigen, lohnt sich professionelle Hilfe. Kammerjäger können den Befall systematisch kartieren, professionell Fallen setzen und bei Wühlmäusen zugelassene Rodentizide einsetzen. Kosten: je nach Aufwand 80 bis 300 Euro.

Maulwurf darf nicht gefangen oder getötet werden

Der Maulwurf ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Wer einen Maulwurf fängt, tötet, erheblich stört oder seine Gänge mutwillig zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld kann bis zu 50.000 Euro betragen. Erlaubt ist ausschließlich die Vergrämung durch Ultraschall, Gerüche und Vibrationen. Nur Wühlmäuse dürfen mit zugelassenen Fallen und Mitteln bekämpft werden.

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