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Zecken in Bayern: Karte, Risikogebiete und echte Gefahr 2026

Ist Bayern ein Zeckenrisikogebiet? Analyse der FSME-Karte 2026, Unterschiede zu Borreliose, Zeckenzeit, Schutz und Antworten auf häufige Fragen.

Zecken Bayern Karte 2026 – symbolische Karte mit Risikogebieten und Zeckenschutz-Ausrüstung

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Die FSME-Risikogebiete werden vom RKI regelmäßig aktualisiert. Impfentscheidungen, Beschwerden nach einem Zeckenstich oder auffällige Hautreaktionen sollten ärztlich besprochen werden.

Schnelle Übersicht: Zecken in Bayern auf einen Blick

Wer wenig Zeit hat, findet hier die Kernfakten zur Zeckenlage in Bayern 2026. Die Details folgen in den weiteren Abschnitten.

Bayern und Zecken – die 7 wichtigsten Fakten

  1. Bayern ist FSME-Hochrisikoregion

    Nahezu flächendeckend als Risikogebiet eingestuft – nur Schweinfurt nicht

  2. 32 von 185 bundesweiten Risikokreisen liegen in Bayern

    Spitzenreiter unter allen Bundesländern

  3. Hochsaison: April bis Oktober

    Zwei Aktivitätsgipfel: Mai–Juni und September–Oktober

  4. FSME-Impfung wird von Krankenkassen erstattet

    In Risikogebieten ohne Einschränkung – Grundimmunisierung aus 3 Dosen

  5. Borreliose ist in ganz Bayern verbreitet

    Anders als FSME nicht an Risikogebiete gebunden – Schutz immer sinnvoll

  6. Repellents + Kleidung + Kontrolle als Basis

    FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose; Kombination bleibt wichtig

  7. Klimatrend: Saison verlängert sich

    Bayerische Zecken sind oft auch in milden Wintern aktiv

Die Kernbotschaft für Bayern: Wer hier wohnt oder Urlaub macht, sollte die FSME-Impfung ernsthaft prüfen – sie ist nach Datenlage des LGL Bayern die wirksamste Einzelmaßnahme gegen schwere FSME-Verläufe. Borreliose bleibt jedoch auch nach Impfung relevant, weshalb mechanische Schutzmaßnahmen und Körperkontrolle weiterhin Teil der Routine sein sollten.

Ist Bayern ein Zeckenrisikogebiet?

Die kurze Antwort lautet: Ja, Bayern ist 2026 praktisch flächendeckend FSME-Risikogebiet. Nach der aktuellen Einstufung des Robert Koch-Instituts gilt in Bayern nur noch die Stadt Schweinfurt nicht als FSME-Risikogebiet. Für alle anderen bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte ist die Karte deutlich: Wer sich in Bayern viel draußen aufhält, sollte Zecken ernst nehmen.

Das klingt dramatischer, als es im Alltag sein muss. Die Karte bedeutet nicht, dass jede Zecke gefährlich ist. Sie bedeutet auch nicht, dass jeder Zeckenstich krank macht. Sie bedeutet: In Bayern gibt es genügend lokal erworbene FSME-Fälle, dass die Region als Risikogebiet bewertet wird. Für Outdoor-Aktivitäten, Gartenarbeit, Kinder, Hundehalter und Urlauber ist das eine praktische Information.

Bayern 2026 in einem Satz

  1. 1
    Nahezu flächendeckendes FSME-Risikogebiet

    Die RKI-Karte ordnet fast ganz Bayern als Risikoregion ein

  2. 2
    Schweinfurt als Ausnahme

    Die Stadt Schweinfurt ist nach aktueller Einstufung nicht als Risikogebiet ausgewiesen

  3. 3
    Borreliose trotzdem überall möglich

    Borreliose richtet sich nicht nach der FSME-Karte

  4. 4
    Schutz ist konkret

    Impfstatus prüfen, lange Kleidung, Repellent und Körperkontrolle

Die Karte ist ein Werkzeug für Entscheidungen – nicht für Panik.

Zecken Bayern Karte: Was sie wirklich zeigt

Wenn Menschen nach einer „Zeckenkarte Bayern“ suchen, meinen sie meistens zwei Dinge gleichzeitig: Wo gibt es Zecken? und wo sind Zecken gefährlich? Genau hier entsteht oft Verwirrung.

Zecken gibt es in Bayern fast überall, wo es Gras, Laub, Waldränder, Gärten, Hecken oder feuchte Vegetation gibt. Die offizielle Karte zeigt aber nicht „Zecken allgemein“, sondern FSME-Risikogebiete. FSME ist eine Viruserkrankung, die durch infizierte Zecken übertragen werden kann. Die Risikoeinstufung basiert auf gemeldeten Erkrankungsfällen beim Menschen.

Zecken Bayern Karte: symbolische Analyse von Risikogebieten mit Lupe und Zeckenschutz-Werkzeug
Eine Zeckenkarte zeigt nicht jede einzelne Zecke, sondern hilft dabei, FSME-Risikogebiete und das eigene Verhalten im Gelände einzuordnen.
Zecke an einem Grashalm am bayerischen Waldweg mit Wanderern im Hintergrund
Die praktische Gefahr entsteht nicht auf der Landkarte, sondern dort, wo Menschen durch Gras, Unterholz und Waldränder streifen.

Drei Ebenen der Zeckenkarte

  1. 1
    Zecken-Vorkommen

    Zecken leben in Bayern in Wäldern, Parks, Gärten, Wiesen und an Wegrändern

  2. 2
    FSME-Risikogebiet

    Landkreis oder Stadt mit relevanten, lokal erworbenen FSME-Fällen

  3. 3
    Individuelles Risiko

    Hängt von Aufenthalt, Kleidung, Impfschutz und Körperkontrolle ab

Der wichtigste Denkfehler: Ein roter oder markierter Landkreis bedeutet nicht, dass ein Spaziergang gefährlich ist. Ein nicht markierter Landkreis bedeutet aber auch nicht, dass Zecken dort harmlos sind. Für Borreliose gibt es keine vergleichbare Karte, weil Borrelien in Zecken bundesweit vorkommen.

FSME vs. Borreliose: Warum die Karte nur die halbe Wahrheit zeigt

Wer Bayern nur über die FSME-Karte betrachtet, übersieht die zweite große Zeckenkrankheit: Borreliose. Der Unterschied ist entscheidend.

FSME und Borreliose im Vergleich

  1. FSME

    Virus, Risikogebiete, Impfung möglich, Übertragung kann früh erfolgen

  2. Borreliose

    Bakterien, in ganz Deutschland möglich, keine Impfung, frühes Entfernen senkt Risiko

  3. Wanderröte

    Typisches Warnzeichen bei Borreliose, meist Tage bis Wochen nach dem Stich

  4. Grippeartige Beschwerden

    Können bei FSME und anderen Infekten auftreten – ärztlich abklären

Für Bayern heißt das: Die FSME-Impfung kann vor FSME schützen, aber nicht vor Borreliose. Wer geimpft ist, sollte Zeckenstiche trotzdem vermeiden und Einstichstellen beobachten. Umgekehrt gilt: Auch außerhalb eines FSME-Risikogebiets ist ein Zeckenbiss nicht automatisch egal, weil Borreliose nicht an die FSME-Karte gebunden ist.

Mehr zur Einordnung nach einem Stich finden Sie in den Ratgebern Zeckenbiss erkennen, Borreliose Symptome und FSME Impfung in Deutschland.

In welchem Monat sind Zecken in Bayern gefährlich?

Zecken haben keinen festen Kalender. Sie reagieren auf Temperatur und Feuchtigkeit. Als Faustregel gilt: Ab etwa 8 °C können Zecken aktiv werden. In Bayern bedeutet das oft Aktivität von März bis Oktober, in milden Wintern auch früher oder später.

Zeckenzeit in Bayern

  1. 1
    März bis April

    Start der Saison bei mildem Wetter, erste Garten- und Waldkontakte

  2. 2
    Mai bis Juni

    Häufig starker Aktivitätsgipfel – viel Vegetation, viele Outdoor-Aktivitäten

  3. 3
    Juli bis August

    Bei Trockenheit lokal weniger Aktivität, in feuchten Wäldern weiter relevant

  4. 4
    September bis Oktober

    Zweiter Aktivitätsgipfel möglich, besonders bei mildem Herbst

  5. 5
    Wintertage über 8 °C

    Einzelne Zecken können auch außerhalb der klassischen Saison aktiv sein

Die Frage „In welchem Monat sind Zecken gefährlich?“ ist deshalb nicht nur eine Kalenderfrage. Nach einem warmen, feuchten Frühling kann das Risiko früher steigen. Nach Trockenperioden verlagert sich Aktivität eher in schattige und feuchte Bereiche.

Wo in Bayern das Risiko praktisch entsteht

Auf der Karte ist Bayern fast flächig markiert. Im Alltag entscheidet aber der konkrete Ort. Eine Zecke wartet nicht mitten auf dem Asphalt. Sie sitzt in Vegetation, die an Menschen oder Tiere streift.

Typische Risikosituationen in Bayern:

  • Waldwege mit hohem Gras am Rand
  • feuchte Wiesen, Bachläufe und Waldränder
  • Gärten mit Laub, Hecken, Kompost oder hohem Gras
  • Hundespaziergänge auf ungemähten Wegen
  • Picknickplätze, Camping, Badeseen und Naturspielplätze
  • Arbeiten im Garten, am Holzstapel oder unter Sträuchern

Stadt ist nicht zeckenfrei

Zecken kommen auch in Parks, Gärten und Grünanlagen vor. Entscheidend sind Vegetation und Wirtstiere, nicht ob ein Ort ländlich oder städtisch wirkt.

Was schützt in Bayern wirklich?

Guter Zeckenschutz ist nicht spektakulär. Er besteht aus mehreren einfachen Schritten, die zusammen wirken. Kein einzelner Schritt ist perfekt; die Kombination macht den Unterschied.

Checkliste für Bayern: Vor, während und nach dem Aufenthalt draußen

  • FSME-Impfstatus prüfen, besonders bei Wohnen, Urlaub oder Outdoor-Aktivitäten in Bayern
  • Lange Hose, geschlossene Schuhe und helle Kleidung tragen
  • Hosenbeine in Socken stecken, wenn Sie durch hohes Gras oder Unterholz gehen
  • Repellent auf Haut und Kleidung auftragen und je nach Produkt erneuern
  • Auf Wegen bleiben und Kontakt mit hohem Gras am Rand reduzieren
  • Nach dem Heimkommen Kleidung ausschütteln oder waschen
  • Körper systematisch kontrollieren: Kniekehlen, Leisten, Achseln, Haaransatz, hinter den Ohren
  • Zecke mit geeignetem Werkzeug hautnah entfernen und Stelle beobachten
Zeckenschutz vor dem Wandern in Bayern mit Repellent, Zeckenpinzette und Outdoor-Kleidung
In Bayern ist Vorbereitung sinnvoll: Repellent, passende Kleidung und ein kleines Zeckenset gehören in die Outdoor-Routine.

Zeckenschutzmaßnahmen im Vergleich: Was wirkt wie gut?

Nicht alle Schutzmaßnahmen sind gleichwertig. Manche werden überschätzt, andere unterschätzt. Die folgende Übersicht zeigt, was wissenschaftlich belegt ist und was in der Praxis wirklich hilft – speziell für Bayern als Hochrisikogebiet:

FSME-Impfung (3-Dosen-Schema)

Schutz vor FSME
Sehr hoch (≥ 97 %)
Schutz vor Borreliose
Kein Schutz
Aufwand
Einmalig + Auffrischung
Wirksamkeit (bewertet)
★★★★★

Langer Kleidungsschutz

Schutz vor FSME
Indirekt (weniger Stiche)
Schutz vor Borreliose
Ja – verhindert Stich
Aufwand
Gering
Wirksamkeit (bewertet)
★★★★☆

DEET-Repellent (≥ 25 %)

Schutz vor FSME
Ja – verhindert Stich
Schutz vor Borreliose
Ja – verhindert Stich
Aufwand
Gering
Wirksamkeit (bewertet)
★★★★☆

Icaridin-Repellent

Schutz vor FSME
Ja – verhindert Stich
Schutz vor Borreliose
Ja – verhindert Stich
Aufwand
Gering
Wirksamkeit (bewertet)
★★★★☆

Körperkontrolle nach Aufenthalt

Schutz vor FSME
Indirekt
Schutz vor Borreliose
Ja – frühes Entfernen senkt Risiko
Aufwand
Täglich bei Aufenthalt
Wirksamkeit (bewertet)
★★★★☆

Zecke sofort entfernen (< 24 h)

Schutz vor FSME
Wenig relevant (Virus schnell)
Schutz vor Borreliose
Ja – deutliche Risikosenkung
Aufwand
Gering
Wirksamkeit (bewertet)
★★★★☆

Badeöl / Zitronenschale

Schutz vor FSME
Nicht belegt
Schutz vor Borreliose
Nicht belegt
Aufwand
Gering
Wirksamkeit (bewertet)
★☆☆☆☆

Zeckenhalsband (Mensch)

Schutz vor FSME
Kein Produkt zugelassen
Schutz vor Borreliose
Kein Produkt zugelassen
Aufwand
Wirksamkeit (bewertet)

Fazit für Bayern: Die FSME-Impfung ist die einzige Maßnahme, die zuverlässig vor FSME schützt, egal ob die Zecke früh oder spät entfernt wird. Alles andere – Repellents, Kleidung, Körperkontrolle – hilft vor allem gegen Borreliose und gegen Stiche allgemein. Kein Einzelmittel schützt vollständig; die Kombination macht den Unterschied. Welche Schutzmaßnahmen konkret vor Zeckenstichen schützen, erklärt der Ratgeber Zeckenstiche vorbeugen – wirksame Schutzmaßnahmen im Überblick.

Mythen und Google-Fragen: Was stimmt wirklich?

Viele Suchfragen zu Zecken klingen harmlos, führen aber zu schlechten Entscheidungen. Hier die nüchterne Einordnung.

Häufige Zecken-Mythen

  1. 1
    „Duschen spült alle Zecken ab“

    Nicht festgesaugte Zecken können abgewaschen werden. Festgebissene Zecken müssen mechanisch entfernt werden.

  2. 2
    „Kleine Zecken sind ungefährlich“

    Nymphen sind sehr klein und werden leicht übersehen. Auch sie können Erreger übertragen.

  3. 3
    „Zecken hassen einen bestimmten Geruch“

    Gerüche allein sind kein zuverlässiger Schutz. Repellents können helfen, ersetzen aber keine Kontrolle.

  4. 4
    „Eine Blutgruppe zieht Zecken sicher an“

    Dafür gibt es keine belastbare Empfehlung für den Alltag. Verhalten und Kleidung sind wichtiger.

  5. 5
    „Was Zecken sofort abtötet, schützt am besten“

    Für Menschen zählt nicht Zecken zu töten, sondern Stiche zu verhindern und Zecken früh zu entfernen.

Martin-Rütter-Frage bei Hunden: Bei Hunden sind Zecken ein eigenes Thema. Entscheidend sind tierärztlich geeignete Mittel, Fellkontrolle und sichere Entfernung. Mehr dazu steht im Ratgeber Zecken beim Hund erkennen und entfernen.

Risikogruppen in Bayern: Wer braucht besonderen Schutz?

Bayern ist Spitzenreiter bei FSME-Risikokreisen in Deutschland (32 von bundesweit 181 Kreisen liegen in Bayern, RKI 2026). Für bestimmte Personengruppen lohnt sich ein vollständigeres Schutzkonzept – aus Impfung, Repellent und konsequenter Kontrolle.

Wohnbevölkerung in FSME-Hochrisikokreisen: Landkreise wie Landsberg am Lech, Ebersberg, Rosenheim, Miesbach, München-Land, Pfaffenhofen oder Bad Tölz-Wolfratshausen zählen zu den Hochrisikogebieten. Die STIKO empfiehlt für alle Einwohner mit Outdoor-Aktivitäten (Garten, Wandern, Radfahren) die FSME-Grundimmunisierung. Die gesetzliche Krankenkasse erstattet die Impfung in Risikogebieten ohne Einschränkung.

Familien mit Kindern: Bayerische Kinder spielen häufig in Wäldern, an Bächen und in Wiesen – klassische Zeckenbiotope. Die FSME-Impfung ist ab dem 1. Lebensjahr zugelassen, das volle Schutzschema umfasst 3 Impfungen. Tägliche Körperkontrolle nach Außenaufenthalten und altersgerechtes Repellent (Icaridin ab 2 Jahren, IR3535 ab 3 Monaten).

Forstwirte, Jäger, Imker und Landschaftspfleger: Beruflich tägliche Zeckenexposition – das Borreliose- und FSME-Risiko ist deutlich erhöht. Die Berufsgenossenschaften (SVLFG) erkennen Borreliose und FSME unter bestimmten Voraussetzungen als Berufskrankheiten an. Schutzkleidung mit Permethrin-Imprägnierung, konsequente Repellents auf der Haut und FSME-Vollimpfung sind hier Standard.

Urlauber und Tagesausflügler: Wer aus einem zecken­armen Norddeutschland zum Wandern in den Bayerischen Wald, ins Allgäu, an den Bodensee oder ins Berchtesgadener Land kommt, sollte den Impfstatus prüfen. Eine Schnellimmunisierung (zwei Impfungen im Abstand von 1–3 Wochen) bietet bereits einen orientierenden Schutz. Vor der Reise mit dem Hausarzt sprechen.

Hundebesitzer: Bayerische Hunde sind häufig mit Zecken konfrontiert – Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Tabletten beim Tierarzt besprechen. Tägliche Fellkontrolle nach Spaziergängen, besonders an Ohren, Achseln, Leistengegend und zwischen den Zehen.

Ältere Menschen mit Gartenarbeit: Beim Heckenschneiden, Mähen und Laubrechen ist die Exposition real. Außerdem verläuft FSME bei älteren Menschen tendenziell schwerer. FSME-Impfung mit dem Hausarzt besprechen, Auffrischung alle 5 Jahre bei über 60-Jährigen.

Häufige Fehler beim Zeckenschutz in Bayern

Beim Zeckenschutz in einem Hochrisikogebiet wie Bayern werden immer wieder typische Fehler gemacht – einige davon mit echtem Risiko für die Gesundheit.

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

  • Die FSME-Impfung erst kurz vor dem Urlaub beginnen – Grundimmunisierung dauert Monate
  • FSME-Auffrischung vergessen – nach Grundimmunisierung alle 3–5 Jahre auffrischen lassen
  • Sich auf den Sommer beschränken – Bayern hat eine deutlich verlängerte Saison (oft März bis November)
  • Nur in echten Wäldern aufpassen – Zecken sitzen auch in Parks, Gärten und an Wegrändern
  • Wandern ohne Repellent, weil das Wetter trocken ist – Trockenheit schützt nicht zuverlässig
  • Heimische Wespen mit Zeckenbiss verwechseln – Zecken stechen schmerzlos, Wespen schmerzhaft
  • Nach Bergtouren keine vollständige Körperkontrolle durchführen – Nymphen sind nur 1 mm groß
  • Hunden Permethrin-Spot-ons geben – für Hunde geeignet, aber giftig für Katzen im Haushalt
  • Rohmilch von kleinen Höfen ungekocht trinken – seltene, aber dokumentierte FSME-Übertragung durch Ziegenmilch in Bayern (alimentäre FSME)
  • Bei Wanderröte oder Fieber nach Bergtour erst abwarten – sofort den Hausarzt aufsuchen

Der wichtigste Punkt: Bayern ist kein normales Bundesland in Sachen FSME. Mit fast flächendeckender Risikoeinstufung und 100–180 FSME-Fällen pro Jahr ist hier die Impfung kein optionales Extra, sondern die wirksamste Einzelmaßnahme – die Borreliose nicht beeinflusst, aber FSME zuverlässig verhindert.

FSME in Bayern: Risikokreise und Erkrankungsdaten

Bayern ist das FSME-Bundesland Nummer eins in Deutschland: Von den 181 bundesweit als FSME-Risikogebiet eingestuften Landkreisen (Stand 2026, RKI) liegen 32 in Bayern – mehr als in jedem anderen Bundesland. Die Hochrisikokreise mit den höchsten FSME-Inzidenzen sind Landsberg am Lech, Ebersberg, Rosenheim, Miesbach und der Landkreis München.

Fallzahlen Bayern: In Jahren mit erhöhter Zeckenaktivität (warme, feuchte Frühjahre) meldet Bayern 100–180 FSME-Fälle pro Jahr – das entspricht 25–35 % aller deutschen FSME-Erkrankungen. Die Erkrankungsrate liegt in Hochrisikokreisen bei bis zu 8 Fällen pro 100.000 Einwohner – deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 1,5/100.000.

Zeckendichte und FSME-Durchseuchung: In bayerischen FSME-Hochrisikogebieten tragen 0,5–5 % der Zecken das FSME-Virus. Da jede befallene Zecke das Virus sofort beim Biss überträgt (anders als bei Borrelien, wo 12–24 Stunden Saugzeit nötig sind), ist schnelles Entfernen beim FSME-Schutz weniger relevant als die Impfung.

Klimatrend: Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) dokumentiert eine Verlängerung der Zeckensaison in Bayern um 3–4 Wochen seit 2000. Zecken sind an warmen Wintertagen auch in Dezember und Januar aktiv – die klassische „Zeckenpause” im Winter existiert in milden Jahren kaum noch.

Häufige Fragen

Ist Bayern ein Zeckenrisikogebiet?

Ja. Bayern gilt 2026 nahezu flächendeckend als FSME-Risikogebiet. Nach aktueller RKI-Einstufung ist in Bayern nur die Stadt Schweinfurt nicht als FSME-Risikogebiet ausgewiesen.

In welchem Bundesland sind Zecken gefährlich?

FSME-Risikogebiete liegen besonders dicht in Bayern und Baden-Württemberg. Zecken und Borreliose kommen aber in allen Bundesländern vor. Gefährlich wird es vor allem bei Aufenthalten in hohem Gras, Unterholz, Wald- und Gartenbereichen.

Wann ist Zeckenzeit in Bayern?

Meist von März bis Oktober, mit Schwerpunkten im Frühjahr und Frühsommer sowie oft einem zweiten Aktivitätsfenster im Spätsommer oder Herbst. Bei Temperaturen ab etwa 8 °C können Zecken aktiv werden.

In welchem Monat sollte man Zecken impfen?

Die FSME-Impfung sollte idealerweise vor der Hauptsaison begonnen werden, also im Winter oder frühen Frühjahr. Wer kurzfristig Schutz braucht, sollte mit der Hausarztpraxis über ein Schnellschema sprechen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, Borreliose von einer Zecke zu bekommen?

Nicht jede Zecke trägt Borrelien und nicht jeder Stich führt zur Infektion. Das Risiko steigt mit der Saugdauer. Deshalb ist frühes Entfernen wichtig. Eine sich ausbreitende Wanderröte sollte ärztlich abgeklärt werden.

Wie viele Zecken in Bayern haben Borreliose?

Der Anteil borrelientragender Zecken schwankt stark nach Region und Zeckenstadium. Häufig werden für Deutschland Spannweiten von etwa 5 bis 35 Prozent genannt. Für den Alltag zählt: Borreliose ist überall möglich, nicht nur in FSME-Gebieten.

Gehen Zecken beim Duschen ab?

Zecken, die noch auf der Haut krabbeln, können beim Duschen leichter entdeckt oder abgewaschen werden. Bereits festgesaugte Zecken gehen beim Duschen nicht zuverlässig ab und müssen mit Pinzette, Zeckenkarte oder Tick Twister entfernt werden.

Sind ganz kleine Zecken auch gefährlich?

Ja. Sehr kleine Nymphen können ebenfalls Erreger übertragen und werden besonders leicht übersehen. Gute Beleuchtung, systematische Körperkontrolle und feines Entfernungswerkzeug sind wichtig.

Welche Blutgruppe zieht Zecken an?

Für die praktische Zeckenprävention gibt es keine belastbare Blutgruppen-Empfehlung. Viel wichtiger sind Aufenthaltsort, Kleidung, Repellent, Körpergeruch, Bewegung durch Vegetation und die Kontrolle danach.

Gibt es in Bayern auch Zecken im Winter?

Ja – bei milden Wintertagen mit Temperaturen über etwa 8 °C können Zecken in Bayern auch im Dezember oder Januar aktiv werden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) dokumentiert eine kontinuierliche Verlängerung der Zeckensaison um 3–4 Wochen seit Anfang der 2000er Jahre. Wer im Winter im Wald oder bei der Gartenarbeit aktiv ist, sollte nach dem Aufenthalt eine kurze Körperkontrolle durchführen – auch außerhalb der klassischen Saison.

Welche bayerischen Landkreise haben das höchste FSME-Risiko?

Zu den Hochrisikokreisen mit den höchsten FSME-Inzidenzen zählen Landsberg am Lech, Ebersberg, Rosenheim, Miesbach und der Landkreis München. Auch Pfaffenhofen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Passau und Regen sind betroffen. Die aktuelle Karte mit allen 32 bayerischen Risikokreisen veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) jährlich zu Jahresbeginn. Wer in einem dieser Kreise wohnt oder Urlaub plant, sollte den FSME-Impfstatus prüfen.

Die Risikokarte hilft bei Impf- und Reiseentscheidungen, ersetzt aber keine individuelle Beratung. Bei Unsicherheit zur FSME-Impfung, bei Wanderröte oder Beschwerden nach einem Zeckenstich bitte ärztlichen Rat einholen.

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